Unterricht

Die Arbeit im Unterricht ist zeitlich der umfangreichste Teil der schulischen Arbeit. Auf der Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen sowie auf Grundlage der Fachrichtlinien und Fachlehrpläne der einzelnen Fächer hat die Gesamtschule Bockmühle ein Unterrichtsprogramm entwickelt, das den Grundsatzüberlegungen zur Förderung und Erziehung von lernstarken und lernschwachen Schülerinnen und Schülern Rechnung trägt. Dabei ist auch die Erprobung neuer Formen des Unterrichtes immanenter Bestandteil der schulischen Arbeit.

 

Integrierter Unterricht in Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre

Der Unterricht in den Naturwissenschaften in den Jahrgängen 5 und 6 und der Unterricht in den Gesellschaftswissenschaften in den Jahrgängen 5 bis 10 findet nicht als Fachunterricht in den Fächern Biologie, Chemie und Physik bzw. in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Politik statt, sondern als integrierter Unterricht in Fachbereichen. Dies reduziert den Lehrereinsatz pro Klasse und sichert höhere Unterrichtsanteile weniger Lehrerinnen und Lehrer je Klasse oder Kurs. Die Übergangsprobleme von der Grundschule in die differenzierte Sekundarstufe I werden so abgefedert.

 

Computergestützter LRS- Unterricht

Die auffallendsten Defizite, die die Übergangszeugnisse der Grundschulen ausweisen, bestehen im sprachlichen Bereich. Die Gesamtschule nutzt hier die Möglichkeiten der neuen Technologien und fördert etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler durch ganz individuelle, auf die jeweiligen Rechtschreibprobleme und den persönlichen Sprachentwicklungsstand abgestimmte Programme. Nach einem diagnostischen Schreibtest zu Beginn der Klasse 5 erfolgt der Rechtschreibunterricht am Computer.

 

Türkisch als Wahlpflicht

Die Gesamtschule Bockmühle bietet Schülerinnen und Schülern, die Türkisch als Muttersprache haben, die Möglichkeit, diese Qualifikation abschlusswirksam in die Schullaufbahn einzubringen. Türkisch kann als zweite Fremdsprache anstelle von Französisch oder Latein gewählt und belegt werden.

 

Projekt- und Wanderwoche

An der Gesamtschule Bockmühle gibt es eine zentrale Projekt- und Wanderwoche, die gewöhnlich in der Woche vor den Herbstferien terminiert ist. Darüber hinaus ermöglicht ein zweiter Termin im Winter Fahrten, die Wintersportarten und Naturerlebnisse im Schnee zulassen. Sowohl den Fahrten als auch den Projekten sind jahrgangsbezogen Oberthemen zugeordnet. Neben dieser zentralen Projektveranstaltung ist das Kollegium durch die Schulkonferenz verpflichtet, im regulären Unterricht sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II projektartige und fächerübergreifende Arbeitsweisen zu erproben, zu üben und zu etablieren. Im Bereich der Projektarbeit gibt es positive Erfahrungen mit Kooperationspartnern (Jugendamt, DRK, Polizei, Vereinen, ...). Der Ausbau dieser Kooperationen wird angestrebt.

 

Schülerfirmen

An der Gesamtschule Bockmühle gibt es bereits seit einigen Jahren vier Schülerfirmen, in denen Schülerinnen und Schüler unter der Leitung ihrer Lehrerinnen und Lehrer "richtig" arbeiten.

Berufsorientierung und Berufsfindung sind für Jugendliche ein komplizierter Prozess. Trotz intensiver Beratung und ergänzender Betriebserkundungen haben einige Schülerinnen und Schüler oft Schwierigkeiten eine Berufswahlentscheidung zu treffen, bei der Anforderungen, Neigungen und Fähigkeiten im Einklang stehen.

 

Der SchülerBetrieb

Im Rahmen des Wahlpflicht-Unterrichts wurde der "SchülerBetrieb" 1998 gegründet. Er existiert weiterhin als Wahlpflicht-Kurs für Schülerinnen und Schüler ab dem 9. Jahrgang. Unterstützt wird das Projekt durch inner- und vor allem außerschulische Partner wie Betriebe und Berufsschulen.

 

GaFlo - Gartenbau und Floristik: Die Schülerfirma "GaFlo" - Gartenbau und Floristik - wurde erstmals im Schuljahr 2000/01 als Wahlpflicht-Kurs mit Schülerinnen und Schülern des 9. Jahrgangs durchgeführt. Inhalte der Biologie und insbesondere der Ökologie sind Bestandteile der Arbeit.

Das Lokal:Grundlage der Schülerfirma "Das Lokal" ist der Hauswirtschaftsunterricht in der Schule. Auch "Das Lokal" wurde erstmals im Schuljahr 2000/01 als Wahlpflicht-Kurs für Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs durchgeführt.

Der Schülerladen "Bockstift" existiert als älteste Schülerfirma bereits seit dem Herbst 1997. Die Idee dazu erwuchs aus dem Wirtschaftsunterricht des 10. Jahrgangs. Von Beginn an war der "Bockstift" ein äußerst erfolgreiches Unternehmen.

 

Die vier Schülerfirmen der Gesamtschule Bockmühle vermitteln in der Kombination von praktischem und theoretischem Tun und in enger Anlehnung an betriebliche Wirklichkeit die prinzipielle Erfahrung, dass Lernen konkrete Lebensbewältigung ist. Die Schülerfirmen werden für die genannte Zielgruppe eine reizvolle Herausforderung an persönliche Aktivität und Selbständigkeit, an Kreativität, zu tätiger Übernahme von Verantwortung, an Kontakt- und Teamfähigkeit.

Zielsetzungen der Schülerfirmen:

* Öffnung der Schule für die Gegebenheiten und Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt
* Bekämpfung von Schulmüdigkeit durch Praxis- und Handlungsorientierung
* Aufbau von Basiswissen über die Berufs- und Arbeitswelt
* Vermittlung praktischer Erfahrungen mit Arbeitsprozessen, Betriebsabläufen und Betriebsstrukturen
Unterstützung der Berufswahl auf der Basis eigener Erfahrungen und realistischer Einschätzung der eigenen Möglichkeiten

 

Auffanggruppen

An der Gesamtschule Bockmühle sind zwei Auffanggruppen für Sprachanfängerinnen und Sprachanfänger eingerichtet. Die Schülerinnen und Schüler, die über die RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien) vermittelt werden, werden Stammklassen zugewiesen und sind gleichzeitig Schülerinnen und Schüler jeweils einer Auffanggruppe, in der sie nach individuellem Bedarf in unterschiedlichem wöchentlichen Stundenumfang (2 bis 14 Stunden) intensiven Sprachunterricht in Deutsch erhalten. Die dort eingesetzten Lehrkräfte erstellen ein differenziertes Arbeitsprogramm für die einzelnen Schülerinnen und Schüler und sind darüber hinaus in der Lage, mit vielen der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern in deren Muttersprache oder einer Zweitsprache zu kommunizieren. Die Anbindung an Stammklassen schafft über die dort verbrachte Unterrichts-, Pausen- und Arbeitszeit neben der Integration in eine Regelklasse notwendige Sprachanlässe und Lernerfolgserlebnisse.