Hilfe für Menschen im Süd-Sudan

Der Initiator:

 

Paride Taban, der frühere Bischof von Torit im Südsudan und Gründer eines Friedensdorfes, erhielt für seinen „beispielhaften Einsatz für Versöhnung" in Genf den Friedenspreis der Vereinten Nationen (UNO) aus der Hand von UNO-Generalsekretar Ban Ki Moon . Der heute 76-jährige Taban habe sich nach Ende des Bürgerkrieges im damals noch ungeteilten Sudan beispielhaft für Versöhnung unter den bisher verfeindeten eingesetzt. Der inzwischen emeritierte Bischof ist seit vielen Jahren tätig. Sein Engagement begann vor rund 50 Jahren, als Milizen den eben erst zum Priester geweihten jungen Mann aus dem Norden vertrieben. Während seiner zwei Jahrzehnte als Bischof der Diozöse Torit im südsudanesischen Bundesstaat Äquatoria bewies Taban inmitten der Kriegswirren Tatkraft als Fürsprecher der Menschen. Rebellen sperrten ihn ein, drohten, ihn umzubringen. Aber der Geistliche blieb. Als die Bürgerkriegsparteien 2004 die Friedenspläne unterzeichneten, saß Taban mit am Tisch. im selben Jahr verabschiedete er sich in den Ruhestand - um kurz darauf das Friedensdorf „Holy Trinity Peace Village Kuron" im Südosten des Landes zu gründen. Ein Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen friedlich zusammenleben.

 

Das Friedensdorf im Süd-Sudan:

 

Das Friedensdorf Kuron Village, das von Bischof Paride Taban gegründet wurde, vereint Menschen, die friedlich zusammenleben - trotz unterschiedlicher Religionen, Ethnien, Stammeszugehörigkeiten. Es gibt eine Schule, eine Werkstatt, eine Krankenstation. Es gibt unregelmäßig Strom, kein festes Telefon oder Internet - und um das Dorf herum: gibt es nichts. Der Süd-Sudan ist Krisengebiet, spaltete sich vom Sudan ab, wurde erst im Juni 2011 von den UN als eigenständiger Staat akzeptiert. Bürgerkrieg, Analphabetismus und desolate Zustände prägen die Verhältnisse. Es gibt 60 Sprachen im Süd-Sudan. Süd-Sudan liegt in Afrika zwischen dem Kongo (im Westen) und Äthiopien (im Osten). . . . und in Essen gibt es seit Jahren einen weit verzweigten Unterstützerkreis aus Schulen, Unternehmen sowie privaten Aktivitäten und Patenschaften .

 

Die Hilfsaktionen:

 

Landesübliche Bauten sind Hütten aus Holz, Schilf und Lehm. Diese Bauweise ist für größere Gebäude wie Schulen, Krankenstationen usw. nicht geeignet. Dafür haben sich Konstruktionen aus Fertigteilen, Containern und Flächenelementen bewährt. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bockmühle aus der Schülerbetrieb und dem,Fachbereich Technik erprobten den Aufbau von gespendeten Flatpack-Containern und hielten dabei die Vorgehensweise als Aufbauanleitung im Videoclip fest. Traditionell wird fort mit Holzfeuern gekocht. Frauen und Kinder verbringen täglich viele Stunden mit Holzsammeln. Abgesehen von der Umweltschädigung sind direkte Folgen der Holzverbrennung fatale Atemwegserkrankungen. Abhilfe? Dort, wo es Sonne genug gibt, nützen teure Photovoltaik-Zellen und Großkraftwerke nicht viel: Da braucht es angepasste Lösungen, um die Situation zu verbessern. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bockmühle experimentierten mit Parabolspiegeln und erprobten Solarkocher. Sie entwickelten praktikable Bausätze für den täglichen Einsatz in Kuron. Statt Holz sammeln und schleppen zu müssen, können die Kinder in Zukunft die Zeit besser in der Schule zum Lernen nutzen. Beim Einsatz von erneuerbaren Energien ergibt sich das Problem der Energiespeicherung. Der Weg über beispielsweise die Elektrochemie (Akku) oder Wasserstoff (Brennstoffzelle) ist teuer oder noch nicht ausgereift. Ein gleichermaßen einfaches wie wirkungsvolles Verfahren zur Energiespeicherung stellt die Nutzung von Druckluftspeichern beim Einsatz von Windkraftanlagen dar. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bockmühle konstruierten eine Anlage, die in erster Linie Druckluft zur Wasserförderung erzeugt. Hierfür wird mit Hilfe einer Kooperationsfirma eine spezielle Pumpe entwickelt, die „Ökopumpe". Darüber hinaus bauten sie ein Modell der Anlage.

 

Hilfe vor Ort—Exkursion nach Kuron:

 

Keine Urlaubsreise: ab Frankfurt über Kairo in die Hauptstadt Juhe, dann folgte eine Autofahrt, dann ein weiterer Flug mit einer kleinen Maschine direkt ins Friedensdorf Kuron Village. Niklas Döpper (21), Simon Weber (22) und Patrick Kuznitius (22), Berufsschüler des Nixdorf-Berufskollegs, nahmen die Strapazen der langen und beschwerlichen Reise auf sich. Alle drei machen derzeit eine Ausbildung zum Fachinformatiker in verschiedenen Betrieben. Sie blieben vom 18. Februar bis zum 13. März 2013 vier Wochen vor Ort. Durch den Aufbau einer dauerhaften Internetverbindung konnte die Hilfe vor Ort koordinierbar gemacht werden. Es soll wohl auch nicht der letzte Besuch gewesen sein Der Förderverein unserer Schule unterstützte finanziell die Reise der jungen Erwachsenen.

 

 

Von Expertenseite wird das Probjekt an unserer Schule tatkräftig unterstützt durch die Fa. WETTERTECHNIK RITTMANN in Essen.
 

 

Wer das Projekt unterstützten möchte: KONTAKT in der GESAMTSCHULE B O C K M Ü H L E: Alexander Maurer (Schulpfarrer) Telefon: 0201-8840800, Fax: 0201-8810890 Steuerlich berücksichtigungsfähige Spenden sind zweckgebunden möglich an den VFF—Verein für Freunde und Förderer der Gesamtschule Bockmühle Kto 5101837 BLZ 36050105 Sparkasse Essen

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