Iren und Deutsche rappen gegen Rassismus

 Deutsch-irische Jugendbegegnung

 

Hattingen. Die Jugendbildungsstätte Welper organisiert die Begegnung zweier Schulen aus Problemvierteln von Essen und Dublin. Im armen Norden der irischen Hauptstadt ist "Multikultur" noch ein neues Phänomen. "Die Schüler sollen gegen Rassismus sensibilisiert werden", erklärt Fergus McCabe.
Laut ist es im Gruppenraum der Jugendbildungsstätte (JuBi) in Welper. 25 Jugendliche und junge Erwachsene jubeln sich gegenseitig zu und feuern sich an. Denn einige von ihnen rappen gerade auf Englisch einen selbst geschriebenen Text. In diesem erzählen sie von ihrem Leben, das oft mit Problemen belastet ist. Probleme, durch die ihr Kontakt zur Gesellschat gefährdet ist.
Bei einem Austausch von deutschen und irischen Schülern aus Essen und Dublin steht das Gewinnen einer positiven Perspektive im Vordergrund. Ein Workshop soll den Schülern helfen, Probleme abzubauen und einen Einstieg in das eigenständige Leben zu schaffen.
Dabei hilft neben den Betreuern aus den Schulen die Jugendbildungsstätte. Seit fünf Jahren gibt's in Welper die deutsch-irischen Begegnungen. Bildungsreferentin Ulla Rothe beschäftigt sich oft mit interkulturellen Projekten: "Ich habe auch selber schon mehrere Auslandsaufenthalte hinter mir und andere Kulturen kennen gelernt", erzählt sie. Genau das sollen die Schüler nun auch tun.
Die irischen Jugendlichen in Welper kommen meisten aus Problemvierteln des armen Dubliner Nordens. Dort leben Menschen vieler Nationen. So trat Fergus McCabe, Leiter eines irischen Nachbarschaftsprojekts, auf die Essener Gesamtschule Bockmühle zu. Dort lernen Schüler aus 50 Nationen. "Die Schüler sollen gegen Rassismus sensibilisiert werden", erklärt McCabe.
"Sie sollen Mut und Selbstbewusstsein erlangen, um sich im späteren Leben zurechtzufinden",  betont Ulrich Schneider, Schulsozialarbeiter der Essener Gesamtschule Bockmühle. Dabei hilft die kreative Arbeit, die später präsentiert wurde: Bilder und Songs.
 
"Musik ist die beste Therapie", sagt Denis Ndong alias General Snipe. Der senegalesische Rapper lebt seit 13 Jahren in Deutschland. Er leitete die Jugendlichen an. Ebenso wie einige Teamer der JuBi.  Einer von ihnen hat tunesische Wurzeln und kann sich umso besser in die Jugendlichen mit Migrationshintergrund hineinversetzen.
Die Ergebnisse des Workshops lassen sich sehen. In den eigenen Bildern und Songs gehen die Jugendlichen auf. Und dass sie etwas erreicht haben, beweisen die anderen ihnen mit tosendem Applaus.
 
Hendrik Steimann (Facebookeintrag)