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„Fördern – fordern – unterstützen“
Individuelle Förderung an der Gesamtschule Bockmühle

Sollen die Fähigkeiten aller Schüler/innen gut gefördert und Entwicklungsrückstände des Einzelnen rechtzeitig erkannt und angegangen werden, müssen folgende Voraussetzungen geschaffen sein:
  •  Die Lehrer/innen müssen ihre Schüler/innen so gut beobachtet haben und kennen, dass sie ihre Stärken und Schwächen im Blick haben und verstehen;
  • die Klassen- und Fachlehrer/innen müssen eng zusammenarbeiten, um die einzelnen Schüler/innen fachübergreifend anregen, erziehen und beraten zu können;
  • die Schüler/innen müssen in ihrer schulischen Lernzeit Angebote und Unterstützung erhalten, die von den Lehrern/innen, aber auch von den Mitschülern/innen ausgehen;
  • die Schüler/innen müssen einheitliche Selbstbeobachtungs-, Lern- und Kooperationsverfahren anwenden lernen, die von möglichst allen Lehrern/innen im Klassenteam getragen werden.
Mit dem Teammodell  hat unsere Schule dafür verbesserte Voraussetzungen  geschaffen: Die Lehrer/innen eines Klassenteams haben einen hohen Stundenanteil in der Klasse, beraten regelmäßig über die Situation in der Klasse und der einzelnen Schüler/innen, sind auch mit den Eltern im engen Kontakt. Über das fachliche Lernen in den einzelnen Unterrichtsfächern hinaus organisieren die Lehrkräfte hier auch einen methodischen und sozialen Lernprozess der einzelnen Schüler/innen und unterstützen gleichzeitig das weitere Sprachlernen, das sie für die mündliche und schriftliche Mitarbeit in dem von Schuljahr zu Schuljahr komplexer werdenden Fachunterricht befähigt.
Im Team bereiten sich die Kollegen/innen auf die Trainings vor, in denen die Schüler/innen eine bessere Lernhaltung, soziale, arbeitsmethodische und kooperative Kompetenzen erwerben können. In den Schülerteams lernen die Schüler/innen voneinander, übernehmen Verantwortung und motivieren sich zu anspruchsvollen Ergebnissen. Das Kooperative Lernen (nach Norm Green) bietet dafür Verfahren, die wir uns zum Vorbild nehmen.

Wer erfolgreich lernen will, muss sich über sich selbst und seine Ziele klar werden. Dieser pädagogische Grundgedanke wird schon seit vielen Jahren an unserer Schule durch Trainings- und Beratungsprogramme, produktive Arbeit und  Praktika umgesetzt, in denen die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre Persönlichkeit und ihr Profil herausbilden und sich auf ihrem beruflichen oder schulischen Ausbildungsweg orientieren können.

Jede/r Schüler/in trägt mehr oder weniger große Probleme mit sich, die im Elternhaus, in der Gruppe der Gleichaltrigen oder in der Schule entstanden sind oder einfach Entwicklungskonflikte ausdrücken. Für die persönliche und schulische Entwicklung ist eine rechtzeitige Unterstützung oft sehr wichtig. Hier müssen die Schüler/innen ein offenes Auge und ein offenes Ohr finden. Die Klassenlehrer/innen sind erste Ansprechpartner/innen; Beratungslehrer/innen und die Abteilungsleiter/innen in der Sekundarstufe I und II fühlen sich ebenfalls dafür verantwortlich. Auch der „Pädagogisch-psychologische Dienst“ der Sozialpädagogen/innen unserer Schule  und die Schulpsychologin bieten ein qualifizierte Beratungsmöglichkeiten. Kooperationspartner und Paten außerhalb der Schule ergänzen dieses Orientierungs- und Beratungsprogramm.

Junge Leute können sich nur dann geistig und seelisch gut entwickeln, wenn sie nicht nur im Unterricht im engeren Sinne, sondern im Sport, im kreativen und produktiven Bereich Entfaltungsmöglichkeiten erhalten. Die breit gefächerte sportliche Erziehung an unserer Schule, die AG-Angebote im technischen, musikalischen, bildnerischen, dramatischen und tänzerischen Bereich bieten auch den Schülern/innen viele Chancen, Begabungen zu entdecken, die diese Möglichkeiten von ihrem Elternhaus nicht geboten bekommen können.

In den Schülerfirmen und den Praktika, durch Gespräche mit den „Paten für Beruf“, durch „Kompetenzchecks“ können Schüler/innen sich in ihren berufspraktischen Begabungen entdecken und Fähigkeiten erwerben, die für ihre weiteren beruflichen Pläne und Chancen sehr nützlich sind.  Sie erhalten hier Perspektiven, die sich wieder positiv auf die schulische Lernhaltung auswirken können.

Es wird also deutlich: Fördern ist also hauptsächlich kein ausgelagertes Trainings- oder Aufholprogramm, sondern Teil jeder Unterrichtsstunde, entsteht aus dem Interesse der Lehrer/innen an der Entwicklung jeder/s Einzelnen, aus der gegenseitigen Unterstützung der Schüler/innen, aus Anregungen und Entwicklungsmöglichkeiten, die Unterricht, Projekte, Arbeitsgemeinschaften, Berufsorientierungsangebote bieten, aus Hilfen, die dann angeboten werden, wenn jemand in einer Entwicklungskrise ist.

Vieles gehört bei uns schon seit Jahren zum Standard; anderes ist erst seit kurzem in der Entwicklung. Wir sehen uns an anderen Schulen nach Beispielen guter Praxis um, geben unsere Erfahrungen an andere weiter und lernen in unserer Förderarbeit, indem wir sie regemäßig evaluieren.

Diese Übersicht kann nur stichwortartig ein unvollständiges Bild der Förderarbeit an unserer Schule bieten ...
J. Friedrich, 1.3.2009


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