Trainingsraum-Programm Programm zum eigenverantwortlichen Denken und Handeln Seit dem Schuljahr 2004/2005 gibt es an der Gesamtschule Bockmühle einen Trainingsraum. In das Programm einbezogen sind die Jahrgänge 7, 8 und 9. Anlass dieser Maßnahme war die zunehmende Unzufriedenheit bezüglich des konzentrierten und zielgerichteten Arbeitens im Unterricht Grundlage dieses Trainingsraums ist das Trainingsraum-Programm - ein Weg zum unabgelenkten und konzentrierten Lernen und Unterrichten - von Dr. Stefan Balke, Bielefeld, das im Folgenden kurz dargestellt wird. In vielen Klassen leidet der Unterricht darunter, dass es Schülerinnen und Schüler gibt, die dem Unterricht häufig nicht mit der notwendigen Hinwendung folgen können. Unter deren Ablenkungen leiden dann alle Beteiligten, auch die betreffenden Schüler/innen selber, wenngleich sie dies nicht unmittelbar einsehen wollen. Es stellt sich angesichts dieser weit verbreiteten Symptomatik die Frage: Wie kann es eine Lehrerin bzw. ein Lehrer schaffen, die Klasse zu unterrichten und die Störaktionen einzelner Schülerinnen und Schüler einzugrenzen, wenn diese sich auch nach Ermahnungen dem Unterricht nicht konzentriert zuwenden können oder wollen? Eine Antwort hierauf soll das Trainingsraumprogramm geben. Das erste und wesentlichste Ziel des Programms besteht darin, den lernbereiten Schülerinnen und Schülern einen entspannten und ungestörten Unterricht zu sichern. Das zweite Ziel des Programms besteht darin, häufig durch Unterrichtsferne auffallenden Schülerinnen und Schülern Hilfen anzubieten, die darauf ausgerichtet sind, dass sie ihr aktuelles Arbeitsverhalten verbessern und die notwendigen sozialen Schlüsselqualifikationen erwerben. Schüler, die sich nicht an die vereinbarten Regeln halten:
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Trainingsraums verstehen sich nicht als „sanktionierende Exekutivkräfte“, vielmehr sehen sie sich als „Trainer“, die mit den Schülerinnen und Schülern das eigenverantwortliche Denken und Handeln üben. Im Zentrum der Arbeit dieser Trainer steht daher die individuelle Beratung jedes einzelnen Schülers, der den Trainingsraum aufsuchen muss oder will. Bei Aufbau- und Entwicklung des Trainingsraumprogrammes war der Kontakt zu anderen Schulen, an denen bereits mit dem Programm gearbeitet wurde, hilfreich. In einer Fortbildung wurde das gesamte Kollegium über das Programm informiert. Ein Team bestehend aus Lehrerinnen und Lehrern sowie Schulsozialpädagogen setzen das Programm seit nunmehr vier Jahren erfolgreich um. Wichtiger Aspekt ist die Beratung der Schülerinnen und Schüler, die auf eine Verhaltensänderung zielt. Bei häufigerem Besuch eines Schülers im Trainingsraum setzt sich das gesamte Trainingsraumteam mit dem Schüler und seinen Erziehungsberechtigten zu einem Beratungsgespräch zusammen. Die Evaluation des Programms ergab sowohl auf Seiten des Kollegiums, das mehrheitlich eine Verbesserung der Arbeitssituation feststellte, als auch auf Seiten der Schüler positive Resonanz. Auch besonders lernwillige Schülerinnen und Schüler, die den Trainingsraum nicht besucht hatten, äußerten sich positiv. M. Holtkamp |

