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Der Schulgarten – ein stilles Paradies!

Eines Tages im Februar 2008 machte ich endlich meinen Plan wahr, nicht nur von außen das große Werkstattgebäude, das den Schulgarten optisch beherrscht, von meinen Aufsichten her zu kennen, sondern endlich in die verborgenen Teile unseres Schulgartens vorzudringen.
Ich hatte mich an einem herrlich sonnigen Tag in einer Mittagspause mit Frau Wortmann verabredet, die gleich Schüler aus ihrem engsten Arbeitsteam bat, mich durch den Garten zu führen. Fabian Bartmann aus der 7 b begann dieser Führung zuerst alleine, später gesellte sich Timo Neumann zu diesem Rundgang hinzu. Fabian zeigte und erklärte mir die Nisthilfen für Bienen und Wespen, das Gewächshaus, den Teich und machte mir deutlich, dass es sich nicht um einen Ziergarten, sondern um einen Naturgarten handele. Auf dem Weg begegneten wir Schülern, die den Weg mit Natursteinen neu pflasterten, und auch Fabian konnte mir stolz Wegstellen zeigen, die er eigenhändig mit Pflastersteinen gestaltet hatte.

Überall begegneten mir Gruppen von Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgänge. Sie arbeiten in dieser freiwilligen AG mit oder beteiligen sich hier im Rahmen des offenen Mittagspausenangebots. Sie werkelten oder saßen gemütlich im „grünen Klassenzimmer“ (einer Sitzrunde im Freien mit einem Tisch, der gleichzeitig als Grille verwendbar ist) oder in einem Schreberhäuschen zusammen.

Nachdem Timo Neumann die Führung mit übernahm, zeigten Fabian und Timo mir den großen Wassertank, die Blumentöpfe mit den Keimlingen und führten mich dann zum großen Werkstatthaus, das in den letzten Jahren im Eigenbau, unterstützt und finanziert durch Kooperationspartner aus dem Handwerk und durch die Krupp-Stiftung, zusammen mit dem Einsatz unserer Schülerbetriebe hochgezogen worden war. Frau Wortmann und die Schüler zeigten mir die geräumigen Arbeits- und Sanitärmöglichkeiten, die Arbeitskleidung und –schuhe, die jedem angeboten werden, damit alle nach der Mittagspause wieder sauber weiterlernen können, die Werkzeuge und hergestellten Produkte. Demnächst soll ein Verkaufsraum mit festen Öffnungszeiten eröffnet werden.

Die Mitarbeiter/innen des Schulgarten bzw. des Schülerbetriebs „Garten und Floristik“ denken aber nicht nur an sich, sondern auch an die Naturerziehung anderer: So zeigte mir Fabian ein Gestell mit Baumsamen bzw. –blättern und versteckten Baumnamen, ein Spiel auch für die Kindergartenkinder der KiTa nebenan. Auch eine kleine Allee von Bäumen mit nach dem Raten aufklappbaren Namen ist schon angelegt.

Viele Schüler/innen sind schon viele Jahre dabei, unter anderen Stefan von Bauer, der jetzt schon im 11. Jahrgang ist, seit 5 Jahren mitarbeitet und in den Pausen die Aufsicht über den Garten mit übernimmt.

Warum sie diese Arbeit machen, fragte ich die mich herumführenden Schüler. Weil man hier praktisch arbeiten könne, viel über Pflanzen lerne, ein gutes Team finde, sich auch ausruhen und schon mal Hausaufgaben erledigen könne und Feste feiere. So wird im Sommer gegrillt, und auch zu Halloween geht einiges ab.

Fabian hat übrigens klare Pläne: Er will erst Gartenmeister werden und dann zur Feuerwehr gehen. Ich bin nach dieser selbstbewussten und überzeugenden Führung sicher, dass er das schaffen wird.
Jürgen Friedrich


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