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/ Schuljahr 2008/09 - 2. Halbjahr
/ Entlassfeier der Schüler aus den Klassen 9 & 10
Die Abschlussfeier am Ende der Sekundarstufe I – ein Ort der Freude, aber auch mancher Abschiedsträne Die Schülerinnen als junge Damen in festlichen Kleidern und auch die Schüler oft in schmucke Schale geworfen fanden sich mit Eltern und Verwandten am Mittwoch, den 17.Juni, um 8.30 Uhr in der Mensa zur Abschlussfeier ein. Da es schön ist, auch noch dieses letzte schulisches Beisammensein im Kreise der Klassenkameraden/innen zu verbringen, hatte jede Klasse besondere Stuhlreihen, in denen sie zusammenfinden konnte. Auch die Klassenlehrer/innen saßen da und konnten so gemeinsam Abschied nehmen. Frau Steigüber begrüßte die Gäste in einer Rede, in der sie die schulische Bildungsreise bis zu diesem mittleren Abschluss mit einer Zugfahrt verglich, wobei die Tickets hier gottseidank nicht für immer und ewig gelöst wurden, sondern es viele Chancen gab, das Abteil zu wechseln bzw. in Waggons mit einem anspruchsvolleren Niveau umzusteigen. Auch unser Schulleiter Herr Prepens hielt eine (seine dreißigste!) Entlassfeier-Rede, für die er wie immer starken Applaus bekam. Er lud zum Schluss alle Schüler/innen zum nächsten Ehemaligentreffen im Spätherbst 2010 ein. Im Anschluss daran wurden Schüler/innen geehrt, die entweder auf sportlichem oder musikalischem Gebiet Herausragendes geleistet oder sich im Sanitätsdienst, Schülertreff oder an anderen Orten durch ihr freiwilliges Engagement für die Schule verdient gemacht hatten. Die Belohnung bestand in einer Urkunde und in einem GEB-T-Shirt; sie wurde von den Lehrern/innen überreicht, die diese Aktivitäten geleitet hatten. Im dritten Teil der Veranstaltung standen die Menschen auf der Bühne, die sich viele Jahre lang um die Zukunft ihrer Schüler/innen bemüht hatten: Die Klassenlehrer/innen! Nachdem ihnen ein Erinnerungsplakat mit Klassenfoto und Unterschriften von einer/m Klassensprecher/in überreicht worden war, schmetterten sie nach alter Tradition einen Abschiedssong, dessen Melodie diesmal von Freddy Quinn geklaut worden war: Mit einiger Wehmut in der Stimme sangen sie unter anderem: „Waren wir mal etwas streng -/ hoffen wir, ihr seht‘s nicht eng./ Gerecht – ist echt – manchmal – recht schwer. /Ärgern bringt jetzt gar nichts mehr!/ Wir sagen wiedersehn/ es war mit euch sehr schön./ Wir lernten uns zu verstehen./ Nach manchem Stress und Streit/ waren wir teambereit./ Wie schade - jetzt müsst ihr gehen!“ Die Veranstaltung bekam Lebendigkeit durch mehrere künstlerische Programmeinlagen: Eine Schülerin und ein Schüler aus dem 6. Jahrgang zeigten recht akrobatische RAP-Einlagen; zwei Schülerinnen aus dem DuG-Kurs von Frau Erlach traten als tüttelige alte Damen auf, die sich sehr komisch über ihre Altersweisheiten unterhielten. Von einem Schüler und einer Schülerin sehr souverän moderiert wurden Ausschnitte aus dem Lustspiel „Leonce und Lena“ von dem DuG-Kurs von Frau Dagdeviren aufgeführt, die sprachlich und gedanklich in die heutige Zeit übertragen worden waren. Der Schülerbetrieb „Das Lokal“ hatte wieder ein sehr professionelles und delikates Büffet aufgebaut, an dem sich Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen anschließend vergnügen konnten, wobei es noch einige Abschiedsszenen und –fotos gab. Dann ging es das letzte Mal in den Klassenraum, wo die Zeugnisse verteilt wurden. Hier schloss sich endgültig ein wichtiger Lebensabschnitt, und nach einigen Abschiedstränen konnten die Schüler/innen – auch weil für sie jetzt schon einige erholsame Ferienwochen begannen – doch zumeist freudig den Blick ihrer weiteren Zukunft in beruflichen oder schulischen Ausbildungen andernorts oder an unserer gymnasialen Oberstufe zuwenden. J. Friedrich, 21.6.09 |
Rede des Schulleiters K. Prepens zur Verabschiedung des 10. Jahrgangs am 17.06.2009 Liebe Eltern Liebe Kolleginnen und Kollegen Liebe Gäste Liebe Schülerinnen und Schüler, Schule ist ja eigentlich eine Einrichtung, die einem beibringt – einer natürlich auch - , dass etwas immer leichter geht und einem immer leichter fällt, je häufiger man es macht. Aus diesem Grunde wurden mal Hausaufgaben erfunden, Kopfrechenübungen (als wenn schon mal irgendwer mit was anderem gerechnet hätte) und Übungsphasen im Unterricht. Bei Reden zur Verabschiedung von Schülerinnen und Schülern aus dem 9. und 10. Schuljahr ist das was anderes – für mich zumindest. Diese heute hier – hab ich mal nachgerechnet – ist meine 30. Schwer ist das deshalb, weil man den Menschen vor einem, die so eine –ihre- Verabschiedung ja nur einmal erleben, natürlich auch etwas Besonders sagen will, nichts Einmaliges im Sinne von Angeberei, und doch etwas Einmaliges in dem Sinne, dass man nicht an den geistigen Gefrierschrank geht und ne alte Rede auftaut, das Datum ändert und eure Verabschiedung zu einer Art Mikrowellenveranstaltung macht. Andererseits: immer was Neues zu finden, was man sagen kann und will, kann dann auch schon ein Problem werden. Gibt ja auch nicht so viele Themen:
o dass aus Minus und Minus Plus wird, ein Wissen, das bei Mathetests mit Punkten belohnt, im richtigen Leben mit Finanzkrisen bestraft wird.
Wer bis zuletzt engagiert auf dem Platz war, gekämpft hat, wird in der Regel als Gewinner vom Platz gegangen sein und hat sicher nicht nur die eine oder andere gute Note ergattert, sondern hoffentlich auch was fürs Leben gelernt, denn : Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wer in seiner zurückliegenden Schulzeit nach einer 3 in einer Mathearbeit geglaubt hat, er habe die Rente durch, hat diese Erkenntnis ebenso außer Acht gelassen, wie derjenige, der glaubt, der HA, FOR oder FORQ seien ein Lebensziel, irgendetwas, was man später erreicht oder was man wird, beinhalte den Anspruch auf anhaltendes Glück oder Zufriedenheit. „Der Ball ist rund“, hat Sepp Herberger uns dazu mitgeteilt. Und er, der Ball, wird nicht nur von unseren Absichten bewegt, sondern auch von anderen Dingen, auf die wir keinen Einfluss haben. Da hält ein Torwart bei einer WM bis ins Endspiel alles, was unhaltbar ist. „Im Endspiel stehen Brasilien und Titan Kahn“, titelte eine Zeitung. Ein nicht gehaltener haltbarer Ball machte aus Kahn wieder einen Sterblichen, mit einer Erfahrung, die für uns gewöhnliche Sterbliche auch gilt: Wenn du ganz oben bist, führt der nächste Schritt nach unten. Manchmal musst du gar nicht ganz oben sein, um diese Erfahrung zu machen, dass der Ball rund ist. Da gibt es Leute, die haben auch gerackert, sich angestrengt, sich Mühe gegeben, und es ist trotzdem dumm gelaufen, weil und denkbar sind hundert Gründe - auch ungerechte. Wer das erlebt hat, kann über Jürgen Wegmanns Satz „Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“ kaum lachen. Der Spruch, der mich veranlasst hat, nach Fußballerweisheiten zu suchen, ist ein ganz aktueller. Er stammt von Felix Magath und lautet: „Der Drops ist gelutscht“. Und er passt ja auch ganz wunderbar auf unsere Situation. Heute ist Abpfiff und sehen wir mal von Relegationsspielen, Wiederholungsspielen und Nachprüfungselfmeterschießen ab, dann ist die Saison 1999-2009 gelaufen, der Drops, wie Magath sagt, gelutscht. Was war das für ein Drops? Und war der für jede und jeden gleich, war er leicht bekömmlich oder schwer verdaulich? Leicht bekömmlich war er zumindest insofern, als er einem – euch- aufgedrängt wurde. Schulpflicht nennt man das, also ein Pflichtdrops sozusagen, mit geregelten Bestandteilen, die auf der Packung stehen: Fächer, Fachinhalte, Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und zur Sicherheit: Zentrale Prüfungen als so eine Art Bekömmlichkeits- oder Verdauungskontrolle oder als Gewichtskontrolle : Wie viel hat der Schulpflichtige zugelegt an Erkenntnis und Kultur? Aber das war nicht der ganze Drops: Dazu gehörten Lehrerinnen und Lehrer,
Und obwohl ihr eigentlich die Dropslutscher seid oder sein sollt, gehört ihr natürlich auch alle zu dem Drops. Ihr habt euch mitgebracht in diese Schule,
Zusammenleben zu lernen in einer Umgebung,
Man gehorcht, kontrolliert den Nachbarn und wird von diesem kontrolliert und man versucht nicht aufzufallen. Zusammenzuleben in einer Umgebung, die unterschiedliche Orientierungsangebote bereithält oder aufdrängt, die einen in der Klasse mit Menschen zusammenbringt, die anders aussehen, anders denken, anders erzogen sind, andere Erfahrungen und Erwartungen haben, ist schwieriger, viel schwieriger. Die Bockmühle war und ist so eine schwierige Umgebung. 1500 Schüler/innen aus 49 Nationen sind ein riesiges Angebot an Vielfältigkeit und 125 individuelle Lehrerinnen und Lehrer erweitern es. Wenn ihr in diesem Biotop gelernt habt, euch als Erkenntnis erarbeitet habt,
Addi Preißler, ganz früher mal Spieler und Trainer bei Borussia Dortmund hat auf die Frage nach seinem Spielkonzept, seiner Strategie, gesagt: „Wichtig ist auf’m Platz“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich danke allen, die daran mitgearbeitet haben, euch „für auf’m Platz“ fit zu machen. Wenn das gelungen ist, dann ist der Drops gelutscht und ihr seid entlassen. Am Freitag vor dem 1. Advent 2010 ist Ehemaligentreffen. Wehe, es fehlt einer! |
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