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Terror in den Köpfen – wie steht es um die Herzen?

Wie können wir interkulturelle Schwierigkeiten auf kreativere Weise thematisieren und bewältigen – diese Frage stellten sich Yassine Abid und Alexander Maurer vom interkulturellen Arbeitskreis an unserer Schule. Mit Unterstützung der RAA wurde die Idee geboren, Jugendlichen die Möglichkeit anzubieten, dazu ein Theaterstück zu erarbeiten.
Am Anfang stand ein Casting durch den Regisseur Lutz Pickardt, der die Jugendlichen der Gesamtschule Bockmühle auf Herz und Nieren prüfte, ob sie genügend Power und Darstellungskraft mitbringen würden. Nach der Auswahl wurde drei Monate lang geprobt, die Grundidee des Regisseurs wurde mit den Jugendlichen in ihrer Sprache verarbeitet. Nicht alle hielten bis zum Schluss stand – und am 28.1.2009 musste alles Lampenfieber überwunden sein, denn die erste Aufführung des Stücks „Terror im Kopf“ fand schon auf der professionellen Bühne des Katakombentheaters in Rüttenscheid statt.

Die Aufführung wurde ein voller Erfolg. Mit viel Elan spielten die Jugendlichen Mädchen, die ihre Träume aus den Fernsehshows übernehmen, die sich verlieben oder unter Trennungsschmerz leiden, die beim Tanzen Spaß haben und sich nicht einengen lassen wollen. Die jungen Männer haben auch ihre Liebessehnsüchte und Probleme, sind aber schon eher geprägt von Konkurrenzkämpfen und Vorurteilen, die sich gegen Menschen richten, die angeblich anders sind als man selbst. Ahmet, die Hauptfigur, ist eigentlich ein Junge, der Spaß haben und friedlich mit allen umgehen will. Doch seine beeindruckenden Raps, die anfangs voller Lebensfreude sind, schlagen in Schmerz und Verzweiflung und schließlich in Hass um, nachdem er hört, dass seine Cousine im Irak von amerikanischen Soldaten getötet worden ist. Zwei Freunde, die Kontakt zu terroristischen Kreisen haben, nutzen Ahmets Schmerz aus und verleiten ihn dazu, als Selbstmordattentäter mit einer Kofferbombe einen Bahnhof aufzusuchen.
Das Stück war spannend gespielt, die Zuschauer gingen bei dieser ersten und auch bei der zweiten Aufführung einen Tag später in der Gesamtschule mit und konnten sich mit den dargestellten Figuren identifizieren.
Es gab bei beiden Aufführungen viel Applaus und bei der Diskussionsrunde nach der ersten Aufführung lobende Kritik. Vor allem die selbst geschriebenen Rap-Songs von Sinan hatten die Zuschauer sehr beeindruckt. Die ausländerfeindlichen Vorbehalte, die das Stück beschrieb, hatten einige Mitspieler/innen in ihrem eigenen Leben erfahren. Dass terroristische Kreise junge Leute ansprechen würden, war ihnen aus ihrem eigenen Umfeld aber glücklicherweise fremd.
Ein Stück, das sowohl die Gefühle junger Leute aufleuchten lässt, aber auch mit einer harten Story provoziert und zeigt, wie Krieg und Gewalt auch in unsere Gesellschaft hineinwirken können. Ermutigend war, dass ein Mädchen am Schluss Ahmet von seinem Attentatsplan abhalten will und sich schützend vor die anderen Menschen stellt; die Hoffnung bleibt, dass die Herzen stärker sind als verwirrte Köpfe.
J.Friedrich, 1.2.2009


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