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Adventszeit, stille Zeit? -
Nicht für die Adventskranzbinderei  im Schülerbetrieb GaFlo der Gesamtschule Bockmühle.


Am Donnerstag vor dem ersten Advent gleicht das Arbeitshaus des Schülerbetriebs „Gartenbau und Floristik“ einem Taubenschlag: Drinnen  viele Schülerinnen und Schüler aus dem 9. und 10. Jahrgang, unterstützt von Mitgliedern der Garten AG, Schülern aus dem 11. und 13. Jahrgang sowie „externen“ Helfern,  die zwischen Kisten mit schon zurechtgeschnittenen Tannenzweigen sitzen oder stehen; einige binden Kränze oder richten Gestecke her; andere verdrahten den Dekorationsschmuck, der schon viele Wochen zuvor im Schülerbetrieb gebastelt worden war. Durch die angelehnte Tür schauen immer wieder Lehrerinnen und Lehrer hinein, die auf den letzten Drücker ihren Kranz abholen wollen. Timo, einer der längsten und eifrigsten Mitarbeiter rechnet mit den Kunden ab; in diesem Schülerbetrieb eignen sich die Mitarbeiter/innen auch kaufmännische Grundkenntnisse an.
Es herrscht eine gute Stimmung: Einige basteln mit zufriedener Miene still vor sich hin, andere unterhalten sich bei der Arbeit fröhlich; Frau und Herr Wortmann, die diesen Schülerbetrieb schon seit vielen Jahren leiten, der übrigens in diesem Jahr den Essener Umweltpreis erhielt, sind an allen Stellen mit Rat und Tat dabei und halten den Betrieb am Laufen. Es duftet köstlich nach Pizza; und schon werden Bleche mit Pizza  hereingetragen, die auf den hauseigenen Backofen gebacken wurde. „Wir brauchen Stärkung, denn heute arbeitet der Schülerbetrieb bis 20.00!“, erzählt Frau Wortmann. Am Abend zuvor ist es weit nach Mitternacht geworden, als die Wortmanns nach Hause fahren und sich in die Federn legen konnten. „Wir haben 260 kg Tannengrün verarbeitet, und das Grün kann man nur frisch verarbeiten“, begründet sie den saisonalen Spitzeneinsatz in diesen Tagen.  Die Produktion muss vor dem ersten Advent fertig sein. Die Aufträge kommen auch von außerhalb: Bis zu einem Meter breite Kränze mit riesigen Kerzen warten im Lagerraum auf die Abnehmer von Feuerwehr und Privatbetrieben.
Die Kränze bringen Geld, das der Schülerbetrieb dringend für seine laufenden Kosten im ganzen Schuljahr benötigt; die Förderung durch die Kruppstiftung läuft aus und so ist man noch mehr auf eigene Einnahmen angewiesen. Am Tag der offenen Tür nachmittags am 4. Dezember ist geplant, weitere weihnachtliche Gestecke und Basteleien anzubieten.
Tags darauf hole ich meinen eigenen Kranz ab. Herr Wortmann erzählt, dass seine Frau und er in der letzten Nacht noch bis halb vier morgens zugange gewesen sind. Hoffentlich kommen für beide und auch die fleißigen jungen Mitarbeiter/innen demnächst mal stillere Tage ...

J.Friedrich, 27.11.2009