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Hartmut Asche geht in den Ruhestand

Hartmut Asche, jahrzehntelang Abteilungsleiter für die Schüler/innen im 7. und 8. Jahrgang, ist am Ende des letzten Schuljahrs in den Ruhestand gegangen; Grund genug, uns an seine engagierte und kompetente Arbeit in all diesen Jahren zu erinnern. Wir lassen ihn in diesem Unterricht noch einmal selbst zu Wort kommen.


Interview mit Hartmut Asche

Wann bist du zur GEB gekommen und was hat dich an diese Schule gebracht?

Bereits vor Eröffnung der GEB kam ich über meine Frau in Kontakt zur Gründungs-Crew (mit Dr. Wienheller)  der Schule.  In diesem Rahmen gehörte ich 1972 zum Verfassungsausschuss der Bockmühle und war für einige Merkwürdigkeiten der ersten Schulordnung mit verantwortlich..
Im ersten Jahrgang der Schule arbeitete ich regelmäßig als Begleiter von  Klassenfahrten und bei Schulfesten mit. Während  meiner Ausbildung  und in meinem Referendariat stand fest, dass ich diese Schule zu meiner beruflichen Heimat machen werde.


Wie lange bist du Abteilungsleiter für den 7. und 8. Jahrgang gewesen?
Neben der Klassenlehrerfunktion  arbeitete ich ab 1976 als Beauftragter für die neuen Berufspraktika der neunten Jahrgänge und stellte in diesem Rahmen die ersten Kontakte zwischen Schule und der Essener Wirtschaft her. Im Anschluss betreute ich „unter“ dem Stufenleiter Dieter Ernst den siebten und achten Jahrgang als Beratungslehrer und wechselte 1985 für fast 25 Jahre  in das Amt des Abteilungsleiter II.

Haben sich die Schüler/innen, hat sich die Schule in diesen langen Jahren verändert?
Natürlich haben sich unsere Schüler, wie die gesamte Gesellschaft, erheblich im Selbstverständnis und dem Auftreten verändert.  Verändert haben sich in den Jahren auch die familiären und sozialen Hintergründe, ganz zu schweigen von der nationalen Herkunft unserer Schüler. Als ich meine erste Klasse 1975 übernahm beherbergte diese Klasse sämtliche 4 Ausländer der Schule.  Die Integration dieser vier türkischen  Kinder war völlig problemlos.
Verändert hat sich allerdings auch die Leistungsbereitschaft und – fähigkeit eines erheblichen Teils unserer Kinder. Bei weitem wurden damals nicht so viele Kinder einem AOSF (= Aufnahmeverfahren an eine Förderschule, J.F.) unterzogen wie heute, und die Oberstufe war fünfzügig.


Was hat dich in deiner Arbeit am meisten Nerven gekostet?

Viele erziehungs- und beratungsresistente Eltern, Lehrer/innen, die nicht bereit waren, die Bildungsbesonderheiten unserer Kinder bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen, und  Menschen, die nicht genug Geduld und Ausdauer aufbrachten, einmal Begonnenes fortzusetzen oder zumindest zu einem begründeten Ende zu führen. 

Was hat dir in deinen Aufgaben am meisten Freude gemacht?
Eindeutig  der Umgang mit Kindern im Unterricht und außerschulischen Aktionen, Erfolge  in der Beratungstätigkeit und  die vielen fruchtbaren Gespräche mit Kollegen/innen.

Was würdest du dieser Schule für die nächsten Jahre wünschen?
Das richtige „Händchen“ im Umgang mit den Menschen des Stadtteils, engagierte und hoch motivierte Lehrer/innen und eine Schulleitung mit dem immer realistischen Blick für das Machbare und  nicht zuletzt Kinder, die von ihren Eltern der Schule anvertraut werden in dem berechtigten Gefühl, dass sich die GEB mit Herz und Verstand wirklich auf sie freut!    

Hast du irgendwelche Pläne oder Träume, die du jetzt in deinem Ruhestand verwirklichen möchtest?
Pläne ja, Träume weniger. Ich habe bereits in den ersten Monaten damit begonnen, Menschen und Landschaften zu erforschen, die bisher außer „Reichweite“ waren. Ich werde sicherlich aus familiären Gründen ein regelmäßiger Gast in den USA  sein. Ich bin politisch engagiert und mein bekanntes Engagement in einem Fußballverein ist weiter ungebremst, und ich werde in Zukunft auch die sportlichen Aktivitäten meiner Bockmühlen-Kicker/innen - auch vor Ort – höchst interessiert begleiten.
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Kurz vor den Sommerferien wurden die Fußballerinnen geehrt, die in den Meisterschaften erfolgreich unsere Schule vertreten hatten. Auf dieser Feier, zu der alle Schüler/innen des 7. und 8. Jahrgangs seiner Abteilung eingeladen waren, verteilte Hartmut Asche die Medaillen und verabschiedete sich von den Schülerinnen, die er so viele Jahre mit trainiert hatte.
Anschließend verabschiedete sich der Schulleiter Herr Prepens mit einer Rede von seinem langjährigen Schulleitungskollegen. Bevor  Hartmut Asche selbst zum letzten Mal offiziell das Wort ergriff, traten drei Mädchen – Mona, Drena und Vivien -  nach vorne, die sich mit folgenden Worten bei Herrn Asche bedankten:
„Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, liebe Schülerinnen und Schüler, wir, die Schulmannschaft, wollen uns persönlich bei Herrn Asche für die schöne Zeit bedanken; dafür, dass Sie immer an uns geglaubt  und nie die Hoffnung aufgegeben haben. Wir danken Ihnen auch noch dafür, dass Sie z.B. mit nach Mönchengladbach gekommen sind, obwohl Sie das gar nicht mussten. Wir haben Sie in unsere Herzen geschlossen, und es ist schwer, Sie loszulassen. Wir hoffen, dass Sie, obwohl Sie nicht mehr an unserer Schule sein werden, trotzdem zu unseren Spielen kommen werden. Wir werden Sie vermissen – und wir hoffen, Sie uns auch ...!“
Lieber Hartmut, auch wir Kolleginnen und Kollegen vermissen dich und wir wünschen dir auch im Ruhestand viele frohe und gesunde Jahre!
J. Friedrich, 1.10.2009