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Herzlicher Glückwunsch an unsere Abiturientinnen und Abiturienten!

Adrian Adamczyk - Nadia Ahl Alhosseini - Marina Basic - Kai Birkenstock - Karolina Brodowski - Sina Bürk - Rukiye Canak - Dominic Crom - Marco Dahmann  - Steve Feind - Engin Filinte -
Jana Godde - Derya G
ündüz - Gerald Guse - Laura Hace - Sania Hayati - Kevin Höing  -
Dominic Horn - Mareike Kapoor - Dustin Killat - Jens Kocur - Marc Kunze - Mike Lehmann - Sebastian Maicher  -  Joachim Malcharek  - Patrick Marwan - Viola Milbradt - Ali Nuhi  -
Bianca Sp
äh - Michael Stäcker - Janina Stoffers - Emre Tasci - Stefan von Bauer -
Jennifer Wolff - Kwasi Yeboah


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Ein Abiturball mit atemberaubenden Perspektiven

Die Abiturientinnen und Abiturienten 2010 werden feierlich entlassen

Welch steilen (und vielleicht auch anstrengenden) Weg einige der Schüler/innen diesjährigen Abiturjahrgangs  hin zu dieser entscheidenden Abschlussprüfung nehmen mussten, wurde durch die lange Rolltreppe versinnbildlicht, die die Gäste der Entlassfeier und des Abiturballs am 20. Juni am Ruhrlandmuseum vorbei nach oben transportierte. Ging es bis hier ohne Mühe nach oben, wurde der Fahrstuhl noch eher zum Symbol eines Nadelöhrs, der die Gäste enggedrängt  dann bis zur „Ebene 38 Meter“  verfrachtete, wo sich ihnen im Festsaal ein überwältigendes Panorama am Förderturm auf der einen und der Kokerei auf der anderen Seite bis zur Essener City und dem Oberhausener Gasometer eröffnete.

Der Ausblick war so schön, dass viele Festgäste sich oft auf den Terrassen außerhalb aufhielten, was der festlichen Stimmung innen etwas die Konzentration nahm.

Die feierliche Ausgabe der Abiturzeugnisse wurde durch  Reden des Abteilungsleiters für die Oberstufe, Herrn Achtelik, und des Schulleiters Herrn Prepens eingeleitet. Im Anschluss wurden die Schüler/innen mit einem Büchergeschenk geehrt, die entweder besonders gute Abiturleistungen erreicht hatten (Marc Kunze, Dominic Crom, Michael Stäcker) oder sich besonders für die Schule eingesetzt hatten (Marina Basic in der Schülervertretung, Jens Kocur im Blasorchester, Stefan von Bauer im Schülergarten, Dustin Killat und Kwasi Yeboa in den Schulmannschaften).

37 Schüler/innen hatten in diesem Jahr die Allgemeine Hochschulreife erreicht. Die elegant bis pfiffig gekleideten jungen Damen und Herren wurden nun von Herrn Prepens und Herrn Achtelik einzelnen nach vorne gerufen und empfingen dort unter dem Beifall der Eltern, Verwandten, Lehrer/innen und Mitschüler/innen das begehrte Dokument.

Jennifer Wolf hielt die Abiturrede für die Schüler/innen; sie ließ die Entwicklungsjahre von der Kindergarten- über die Grundschulzeit bis hin zu den Erlebnissen von Klasse 5 bis 13 an unserer Schule schlaglichtartig Revue passieren und bedankte sich bei den Lehrkräften, die sie auf diesem Weg erduldet, die sie begleitet und unterstützt hatten. Als Dank erhielten alle Lehrkräfte vom Festkomitee, darunter  Karolina Brodowski, Patrick Marwan, Janina Stoffers und Jennifer Wolf eine Flasche Rotwein als Präsent überreicht.

Eine Diashow versammelte Erinnerungsbilder an die gemeinsamen Erlebnisse der Schulzeit, z.B. an Ausflüge, Projekte, Studienfahrten in die Türkei und nach London, und zeigte, wie viele schöne Tage es auch neben dem alltäglichen Schulstress gegeben hatte.

In den Gesprächen nach dem ausgezeichneten Büffet wurde deutlich, dass schon viele eine klare Ausbildungs- und Studienperspektive haben, dass aber andere, vor allem diejenigen, welche bis in die Nachprüfungen hinein noch um das Abitur kämpfen mussten, noch nach ihrem weiteren Ausbildungsweg suchen.

Der überwiegenden Mehrheit der Abiturienten/innen unserer Schule auch dieses Jahrgangs war die Fähigkeit zu einem gymnasialen Abschluss am Ende der Grundschulzeit nicht prognostiziert worden. Dass unsere Schule den gesellschaftlichen Auftrag, Bildungsgrenzen zu verringern und Bildungspotenziale zu mobilisieren, mit hohem Engagement und großem Erfolg erfüllt, macht uns Lehrer/innen stolz und lässt uns manche Mühen und Schwierigkeiten auf diesem Weg mit Milde sehen.

Wir sagen noch einmal herzlichen Glückwunsch und hoffen mit unseren Absolventen/innen, dass sie ihren weiteren Ausbildungs-, Berufs- und Lebensweg weiter mit Erfolg und Freude gehen werden. Einige wollen selbst Lehrer/in werden; sie werden das Engagement für die Schüler/innen, das sie an unserer Schule erlebt haben, bestimmt in ihre eigene Berufsrolle übernehmen.

Der Ort der Abiturfeier bietet an, allen, Lehrern/innen, Schüler/innen und Eltern abschließend ein herzliches „Glückauf“ zuzurufen, im Bewusstsein, dass das Leben sich manchmal durch dunkle Schächte arbeiten muss, es aber sich „zur Sonne, zur Freiheit“ (siehe das Arbeiterlied) hochklimmen kann.
J. Friedrich, 2.7.2010



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Abitur 2010 – Rede des Schulleiters Klaus Prepens

Liebe Eltern, liebe Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten,


die Anrede ist immer das Einfachste und in Zeiten, in denen der Trend  schon seit Jahren zum Formular geht, kann man die auf Vorrat bestellen und legen. Danach wird es schwieriger.

Zwar sind die Hauptpersonen immer andere, aber die übrigen Anwesenden, zum Teil  Veteranen in Sachen Abiturfeier, nötigen einen Redner, wenn schon nicht das Thema, so doch die Verpackung  dafür zu verändern - ganz wie das mit dem richtigen Leben auch so ist.

Das hat Kästner sicher gemeint, als er in seinem Gedicht "Die Entwicklung der  Menschheit" über uns handelnde Akteure  in der ersten Strophe festhielt: "Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage", um nach der Aufzählung von allerlei Fortschrittsdetails festzuhalten: "Doch davon mal abgesehen und bei Lichte betrachtet sind sie im Grund  noch immer die alten Affen."

Um das nicht so offensichtlich werden zu lassen, habe ich mich nicht nur rasiert, sondern auch auf die Suche gemacht nach einem Aufhänger für heute. Die WM wollte ich nicht, weil die guten Fußballersprüche schon allen bekannt sind, und die Politik gestaltet sich zur Zeit als kaum zu verbessernde Realsatire.

Vor dem dann doch noch  drohenden Griff in den Fundus fiel mir das diesjährige Abi-Motto ein:"Abiagra  -  unser Abi steht" - und als alternder Mensch und Deutschlehrer bedanke ich mich ausdrücklich für die Vorlage.
Was wirft dieses Motto nicht für Fragen auf?

Da haben Pele und andere Sportgrößen in einer Fülle vertrauensbildender Werbespots  verlangenden Männern von Welt mit nachlassendem Vermögen – oder vermögenden Männern von Stand mit nachlassendem Verlangen - den Gang zum Arzt und den Griff zur Pille davor empfohlen  und jetzt nutzen 18 - 20jährige das Mittelchen zur Abiturvorbereitung.

Wie tief muss das Niveau gesunken sein, wenn das, was dem Ich das Es rettet, ausreicht, um das Hirn von Abiturienten auf den Höchststand an Allgemeinbildung zu puschen, den das Abitur ja darstellen soll. Da fragt man sich doch: Was haben die im Kopf?

Vielleicht erklärt sich ja so der Spruch, dass Männer immer nur an das Eine denken, wie viele Frauen hoffen -  Entschuldigung  -   sagen.

Und wenn das denn so ist, also Abiagra jetzt: Müssten dann nach jeder Klausur nicht alle - mir kommt das Wort Stichprobe jetzt nur schwer über die Lippen - müssten dann nicht alle zur Dopingprobe? Das wäre dann so eine Art biologisch-chemischer Erstkorrektur.

Natürlich könnte das Motto "Abiagra - unser Abi steht " auch auf ein Defizit im Bereich der Biologiekenntnisse hinweisen. Wenn ich da richtig informiert bin, hilft die Chemie den oben beschriebenen Herrn durchzustehen, was sie angerichtet haben, und nicht anzurichten, was sie durchstehen wollen, ist also weniger ein Aufputschmittel, eher ein Konservierungsstoff.

So gesehen erübrigte sich natürlich die Dopingprobe. Dann geht es ja nicht um unerlaubte Hilfsmittel bei der Erarbeitung des Abiturs, es geht um Bestandssicherung dessen, was man erarbeitet hat.

Ich will das für den weiteren Verlauf der Rede mal so annehmen. Und das wirft nun ja auch ein völlig anderes Licht auf unsere Abiturienten, ich meine jetzt nicht die Defizite in Biologie, sondern ihren Wunsch, sich dieses Defizit zu erhalten, natürlich nicht das Defizit, sondern schon das erworbene Wissen.

"Abiagra - unser Abi steht " - heißt dann nichts anderes als: „Wir haben was erreicht und das ist uns sicher, das steht uns zur Verfügung und wir wollen, dass uns das bleibt."

Wenn da bei euch Stolz mitschwingt, dann ist der sehr berechtigt.
Dreizehn Jahre Schule, vierzehn Jahre Schule sind auf der Seite des Verbrauchers nicht durchgängig Honigschlecken, auch wenn die verklärende Erinnerung - zementiert auf jedem Ehemaligentreffen - die Schulzeit zur schönsten Zeit des Lebens macht.

Was man überstanden hat, ist manchmal schon auch nur deshalb schön.
Diese Zeit durchzuhalten, am Ball zu bleiben, zu arbeiten, Widerstände - und dazu zählt auch der eigene innere Schweinehund -  zu überwinden und Erfolg zu haben, sind Erfahrungen, die mit Reifen zu tun haben und mit Reife am Ende.

Das Abitur ist nicht die Ziellinie eines Langstreckenlaufes, es ist auch der Weg dahin und trotz zentraler Prüfungen ist es immer ein individueller Weg. Wenn  die Ziellinie auch für alle gleich ist, die Startlinie war es nicht. Wenn diese Schule einen Anteil an eurem Abitur hat, dann vielleicht den, dass man hier um diese unterschiedlichen Startpositionen weiß, dass deshalb unterschiedliche Wege möglich sind und dass im Ernstfall die Leute wichtiger werden als die Vorschriften .

Was ist das, was ihr festhalten wollt, was ist das, was steht?
Fachwissen sicherlich, Methodenwissen sicherlich auch - es soll Leute geben, die schon in Mind maps träumen - soziale Kompetenz hoffentlich.

Wir sind viele an dieser Schule - viele unterschiedliche: 49 Nationen kann man zählen, fast ebenso viele Sprachen, alle großen Religionen  sind vertreten und jeder von euch hat in diese Schule das mitgebracht, was ihm wichtig ist, was seine Familie, seine Umgebung, seine Kultur ihm als bedeutend mitgegeben haben.

„Zukunft hat Herkunft“ war in einem der zurückliegenden Wahlkämpfe zu lesen. Stimmt. Und Herkunft sollte Zukunft zulassen. Das geht, wenn Unterschiedlichkeit gemeinsames Recht ist und Respekt voreinander gemeinsame Pflicht. Vielleicht war das auch hier zu lernen, dass für den Alltag die Unterscheidung der Menschen in weibliche und männliche völlig ausreicht, um das Leben kompliziert zu machen, und dass weitere Unterscheidungen zur Bewältigung dieses Alltags nicht nötig sind. Vielleicht war hier auch zu lernen, dass man nicht besser wird, wenn man den anderen schlechter macht. Wenn es hier zu lernen war, sollte es mit zu dem gehören, was steht. Wobei das Wort "steht" ein bisschen missverständlich sein kann und auch gefährlich.

Euer Abi steht-  das ist in Ordnung, das ist ein Pfund, ein Schatz, etwas, was euch keiner nimmt oder nehmen kann, wenn es mehr ist als das Papier mit dem Siegel. Jemand, der den Führerschein macht, und dann eine Weile nicht fährt, um erst mal sicherer zu werden, verlernt das Fahren. Wer das Abitur  nur als Wandschmuck nutzt, verlernt das Denken. Wer es nutzt, das Wissen, wer sich durch Neues herausfordern lässt, wer es teilt, der wird es vermehren. Wer es nur als Zeugnis zu Hause in die Diele hängt, gerahmt und so unauffällig, dass es jeder sehen muss, der beweist damit nur, wie gut er mal war.

Nicht nur stolze Burgen können traurige Ruinen werden.
35 Prozent eines Jahrgangs machen in Deutschland Abitur und haben sich damit die besten Voraussetzungen für ihre weitere Bildung und Ausbildung geschaffen. 13 oder 14 Jahre lang hat dieser Staat, hat diese Gesellschaft das getragen. Man kann darüber streiten, ob es mehr hätte sein sollen oder wirkungsvoller eingesetzt, aber wenn man es zusammenrechnet, kommt eine ganz ordentliche Summe dabei heraus.

Davon muss man was zurückgeben, außer den Steuern, die man dann demnächst vielleicht mehr oder weniger reichlich zahlt. Wenn man zu dem leistungsstärksten Drittel eines Jahrgangs gehört, dann muss man bereit sein, Verantwortung zu übernehmen - über das eigene Wohlergehen hinaus. „Eigentum verpflichtet“ steht im Grundgesetz, ich finde, geistiges auch.

Zu dieser Verpflichtung gehört, dafür zu sorgen, dass die Leute nach Euch wenigstens die gleichen Chancen haben wie Ihr
-    dass sie Zugang zu Bildung haben, unabhängig vom Portemonnaie ihrer Eltern,
-   dass sie gleich in ihren Rechten sind, ohne gleich in Geschlecht, Aussehen, Hautfarbe oder Religion sein zu müssen,
-    dass sie nicht zur Verfügungsmasse selbsternannter Gurus werden,
-    dass sie die Chance haben, sich frei zu entwickeln.

Wenn das gemeint ist mit "Abiagra- unser Abi steht", dann gratuliere ich euch dazu, danke denen, die euch unterrichtet haben, betreut, geholfen, in guter Absicht gepiesackt, wünsche euch Standhaftigkeit in jeder Lebenslage und erwarte vollständiges Erscheinen bei den Ehemaligentreffen des laufenden Jahrhunderts.