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Das Eröffnungsfest der Essener Europawoche verteilt Lorbeeren

Mitten im Trubel des Konsumpalastes am Limbecker Platz war eine Europabühne aufgebaut worden, und hier trafen Vertreter aller 12 Essener Europaschulen ein, um mit eigenen Präsentationen ein dreitägiges Kulturprogramm zu Europawoche zu gestalten. Diese Festivität in ein Kaufhaus zu verlegen erklärte Herr Budzinski als Organisator von Seiten der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft  mit der Absicht, die Existenz und Arbeit der Essener Europaschulen einem breiteren Publikum bekannt machen zu wollen.


Das Orchester des Maria Wächtler-Gymnasium  eröffnete mit der  Eurovisions-Europafanfare die Festlichkeit.


Grußworte von Vertretern des nordrhein-westfälischen Europaministeriums, des Büros der Europäischen Kommission in Bonn, der Abteilung für Europaschulen im Schulministerium und bei der Bezirksregierung Düsseldorf leiteten die Feier ein. Der Vorsitzende des Vereins Essener Europaschulen, Herr Brotesser, und der Zweite Bürgermeister der Stadt Essen, Herr Britz, lobten die Schulen für ihre vielfältigen und vorbildhaften europäisch ausgerichteten Aktivitäten.


Der Europaabgeordnete unserer Region Jens Geier erinnerte an die großen Chancen, die das vereinigte Europa jungen Leuten böte: Freizügigkeit im Reisen, in der Wahl des Ausbildungs- und des Arbeitsplatzes. Er lud auch die Schulen ein, ihn mal in Brüssel zu besuchen und die Arbeit der Europapolitiker und der europäischen Institutionen näher kennenzulernen.


Von allen 12 Europaschulen wurden Schülerinnen und Schüler auf die Bühne gebeten, die Herausragendes für den europäischen Gedanken geleistet hatten. Von unserer Gesamtschule  erhielt als Erste Meriam Al-Kassimi  ein ehrendes Zertifikat und kleine Geschenke, weil sie sich in einem Tanzprojekt im Rahmen des Jugendmigrationsdienstes für  Kinder und Jugendliche einsetzt und weil sie in diesem Frühjahr ein von der Krupp-Stiftung angebotenes Auslandspraktikum im Sheraton-Hotel in Warschau absolviert hat.


Der zweite Geehrte war Damian Kowalski, dem unsere Schule vor allem dafür dankbar ist, weil er bei vielen Besuchen polnischer Gastschüler/innen an unserer Schule diese betreut und für sie gedolmetscht und so zum gegenseitigen Verstehen und damit  Verständnis beigetragen hat.


Als dritte und letzte Schülerin wurde die Abiturientin Janina Stoffers auf die Bühne geholt, die schon vor einem Jahr Praktikums-Stipendiatin der Krupp-Stiftung war und in Norditalien am Lago Maggiore in einem Hotel gearbeitet hatte.


Als alle drei sich mit unserem Schulleiter Herr Prepens, den Koordinatoren für internationale Begegnungen Regina Bier und Helmut Tilke fotografieren ließen, war in ihren Gesichtern Freude und Stolz zu lesen, dass ihr besonderer Einsatz auch öffentliche Anerkennung gefunden hat. Und es kann nicht schaden, wenn man ein ehrendes Dokument seinen künftigen Bewerbungsunterlagen beifügen kann.


Nach den Ehrungen begann das dreitägige Kulturprogramm aus Beiträgen aller Schulen. Am Abend des ersten und am Nachmittag des zweiten Tages zeigten  Gruppen unserer Schule Ausschnitte aus ihrem auf internationales Verständnis ausgerichteten Programms: Die Darsteller/innen des Theaterstücks „Bruderkrieg“ aus dem 9. und 10. Jahrgang erzählten, was sie unter Heimat verstehen, und Sinan beeindruckte dabei wieder einmal mit seinem selbst gedichteten Rap. Der Chor aus den siebten Klassen unter Günter Steffens schmetterte seine fröhlichen internationalen Lieder und Hip-Hopper aus verschiedenen Jahrgängen zeigten ihre akrobatischen Leistungen.


Die Stimmung auf und bei den Zuschauern vor der Bühne war gut, und die Darbietungen unserer Schule reihten sich beeindruckend in die vielfältigen musikalischen, theatralischen und akrobatischen Vorstellungen der anderen 11 Schulen ein, die die drei Tage zu einem fröhlichen  und lebendigen Erlebnis werden ließen.

J. Friedrich, 21.5.10



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NRZ/WAZ  Essen, 20.05.2010 von  Pascal Hesse
: Schule „Wir blicken über den Tellerrand“


Essen. Europa, das ist nicht alleine Brüssel, Straßburg, Paris oder Den Haag – in Borbeck, Altendorf und Bredeney ist die Gemeinschaft genauso heimisch: in den zwölf Essener Europa-Schulen.


Die Schulen sind in einem Verbund des Essener Wirtschaftsförderers EWG zusammengefasst. Hier trifft Kultur auf Interkultur, arbeiten Christen, Juden, Moslems und Hindus unter einem Dach. Die Unterschiede und Besonderheiten zwischen „normalen“ Schulen und Europa-Schulen spielen noch bis morgen im Einkaufszentrum „Limbecker Platz“ eine Rolle – oder besser, ihre Rolle: Mit Musik und Tänzen aus dem Euroland, englischen Liedern und Gedichten, interpretiert von Europa-Schülern.


Zum Beginn der dreitägigen Darbietung spielte der Schulorchester des Maria-Wächtler-Gymnasiums gestern die Eurovisionshymne – zwischen Mode, Haushaltswaren und Delikatessen. Aber was macht eine echte Europa-Schule aus? Elisabeth Gemein, Schulleiterin am Mädchengymnasium Borbeck (MGB), muss es wissen: „Es sind europäische Projekte und Austauschprogramme, die wir mit Essener Europa-Schulen und Partnerschulen im Ausland umsetzen. Wir blicken über den Tellerrand.“ So gehen das MGB, das Grashof Gymnasium und das Maria-Wächtler-Gymnasium etwa in einem Caritas-Projekt gemeinsame Wege: „Wir helfen dabei einer Schule in Rumänien. Das fördert die Sozialkompetenz der Schüler“, so Gemein.


Ehre für echte Europäer

Fremdsprachen sind ebenso ein Aushängeschild der Europa-Schulen, so wie in der Gesamtschule Bockmühle: „Ich spreche sehr gut polnisch und werde oft als Dolmetscher eingesetzt, wenn uns Schüler aus Polen besuchen “, erzählt Da-mian Kowalski (20). Für seine fremdsprachlichen Leistungen und die Teilnahme an einem Irland-Austausch wird er, wie viele andere Schüler, geehrt: „Das ist ein Stück gelebte europäische Zivilisation“, so die Worte von Bürgermeister Franz-Josef Britz. Auch für die 18-jährige Meriam El Kassimi gibt’s eine Anerkennung. Die Altendorferin ist „Lotsin für Migranten“. In einer Hip-Hop-Gruppe im Borbecker „Kreuzer“ leistet sie interkulturelle Arbeit: „Europa-Schulen sind so besonders, weil man über sie viel leichter andere Kulturen und Länder kennenlernt.“

(Bericht entnommen: http://www.derwesten.de/staedte/essen/Wir-blicken-ueber-den-Tellerrand-id3005438.html)