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Wie wir (nicht mehr) sprechen – Buchvorstellung an der Gesamtschule Bockmühle Am 13. April bekam unsere Schule einen besonderen Besuch: Nachdem Frau Mengen ein Jahr zuvor eine Reihe unserer Schüler/innen zu ihrem aktiven und passiven Wortschatz im Essener Ruhrgebietsdeutsch befragt hatte, boten der Klartextverlag und der Sprachwissenschaftler Georg Cornelissen an, in unserer Schule die Buchveröffentlichung der sprachwissenschaftlichen Untersuchung der Presse und unseren Schülern/innen zu präsentieren. Und so kamen Autor und wissenschaftliche Mitarbeiterin, Verlagsvertreter, Presse, Schulleitung und Schüler/innen im Jugendbibliothekszentrum zusammen, um von Herrn Cornelissen erklärt zu bekommen, welche interessanten sprachlichen Verschiebungen zwischen den verschiedenen Essener Stadtteilen und zwischen den Generationen zu entdecken waren (siehe folgenden Artikel der WAZ). Unsere Schule freute sich über die Büchergeschenke und die beteiligten Deutschlehrer (der Schulleiter Herr Prepens, sein Stellvertreter Herr Beyer und Herr Friedrich) zeigten sich interessiert, auch in Zeiten der zentralen Prüfungen wieder der heimatlichen Sprache mehr Raum im Unterricht zu gönnen. J. Friedrich, 20.4.2010 |
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WAZ vom 14. April 2010 Fitsch ma eem umme Ecke Landschaftsverband gibt erstmals ein Sprachbuch zu einer Ruhrgebietsstadt heraus – eine Studie zum Essener „Regiolekt“ Hans-Walter Scheffler Woran erkannt man einen Altenessener oder einen Borbecker? „Natürlich an seiner Sprache", sagt Georg Cornelissen, Sprachwissenschaftler beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). Gemeinsam mit Hanna Mengen hat er jetzt das Buch „Zwischen Köttelbecke und Ruhr - Wie spricht Essen?" herausgegeben. Das in Essen gesprochene Ruhrdeutsch war 2009 Thema eines LVR-Projektes, an dem sich 731 Essener aller Generationen beteiligten, bei Interviews und mit Fragebögen. Der Autor: „Es ist das erste Buch zur Sprache einer einzigen Stadt im Ruhrgebiet." Cornelissen zeigt sich vor allem von dem Variantenreichtum der Essener Alltagssprache beeindruckt. Er spricht von einem „Regiolekt: Jeder hat hier zwei oder drei Sachen drauf: Hochdeutsch, Schuldeutsch und Umgangssprache. „Gemessen an Duisburg und Dortmund liegt Essen auch sprachlich irgendwo dazwischen. Essen hat ganz eigene Formen der Varianz zu bieten: zwischen Nord und Süd, Alt und Jung, zwischen Menschen, deren Großeltern hier schon gelebt haben und Menschen mit Migrationshintergrund." Auch der Sprachwissenschaftler sieht ein Nord-Süd-Problem, zieht aber ganz andere Grenzen: „Rüttenscheid und Rellinghausen gehören noch zum Norden, in Bredeney beginnt der Süden." Cornelissen hat eine Hitparade der typischen Essener Worte ermittelt: 1. Pittermesser, 2. Bude, 3. hömma, 4. wat, 5. malochen, 6. Köttelbecke, 7. Knifte, 8. Fisematenten, 9. Büt-terken und 10. dat. Und er bilanziert: „Der Essener wird Wörter wie Kusselkopp und Köttelbecke, döppen und knibbeln in der Fremde vermissen, nach Fragen wie Gehße mit anne Bude oder nach Aufforderungen wie Fitsch ma eem umme Ecke wird er sich sehnen." Ein 1963 geborener Katernberger zählt zu seinem Wortschatz: „Knifte, Hängen im Schacht, Kerl inne Kiste, da wird der Hund inne Fanne verrückt." Geforscht wurde auch nach den Pommes Frites: „Essen liegt in einem Gebiet, in dem die Pommes (in deutscher Aussprache) das Rennen gemacht haben, aber man kennt hier auch die rheinische Alternative Fritten." Wer sich in Essen, nachdem er anne Bude sein Bierken getrunken oder seine Currywurst verkasematuckelt hat, mit „Servus" verabschiedet" würde auffallen. „Tschüssikowski" sei eine Variante, die nach Ruhrgebiet rieche: „Das -ikowski lässt an Familiennamen wie Tilkowski oder Kalinowski denken, wie sie an der Ruhr nun mal häufig vorkommen: Das Polnische Erbe." Das Essener Deutsch sei eine Nähesprache: „Wer zum Ausdruck bringen will, dass er einer von uns ist, hat es mit den Wörtchen dat und wat besonders leicht. Sie fallen auf und wirken sofort. Das 136-seitige Buch ist im Klartext Verlag erschienen und kostet € 9,95. |






