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Erfahrungsaustausch mit der Praxis
Am 22.11. informierte sich unsere Oberstufe beim Expertenabend über ihre Zukunftsmöglichkeiten

In der Klasse 11 scheint alles noch in so weiter Ferne zu liegen...Man hat doch gerade erst den Schritt in die Oberstufe gemacht und soll sich jetzt schon für einen Beruf entscheiden? Doch angesichts von langen Unterrichtswochen, enggestrickten Klausurplänen und dem Nebenjob am Nachmittag müssen wir den Tatsachen ins Auge blicken: SOVIEL Zeit sind diese zwei kurzen Jahre nicht, die den Schülern noch bleiben bis die ersten Bewerbungen um Ausbildungsplätze an die Unternehmen geschickt werden müssen. Auch eine Uni-Bewerbung sollte gut vorbereitet sein, wenn man die ewige Numerus Clausus-Frage und immer zahlreicher werdende Aufnahmeverfahren bedenkt. Eine frühe Beschäftigung mit dem Thema Zukunft scheint also nicht nur angeraten, sondern auch notwendig, denn Tatsache ist: Wer ein klares Ziel hinter seinem Abitur sieht, der lernt fokussierter und kann die verbleibende Zeit bis zum Abitur besser zur Vorbereitung auf das Danach nutzen.

Nun gibt es Tage der offenen Tür an den Unis, Praktika zum Kennenlernen von Berufen und potentiellen Arbeitgebern und unzählige Websiten mit Tipps zum richtigen Vorgehen bei der Bewerbung. Doch haben wir Lehrenden des Öfteren den Eindruck, dass junge Menschen dieser Informationsflut zu oft etwas hilflos gegenüber stehen. Viele wichtige Fragen tauchen dann auf und werden nur zu oft wieder weg geschoben, weil die Schüler nicht wissen, wie sie angehen sollen:
Wohin soll ich gehen, wenn mir schon fast schon zu viele Türen offen stehen? 
Wie finde ich heraus, was wirklich das Richtige für mich ist?
Was möchte ich erreichen in Bezug auf Gehalt, Unabhängigkeit, Sicherheit, soziale Beziehungen, Karriere, Chancen und Perspektiven erreichen und wie kann ich das mit meinen eigenen Träumen vereinbaren?
Die Phase der Orientierung wird immer dringender – aber anscheinend auch immer schwerer. Sie braucht Zeit und Überlegung, sie braucht aber auch Vorbilder und Ratschläge. Als Vertrauenspersonen können Lehrer und Eltern helfen, aber sie wissen nicht auf alle Fragen eine Antwort. Manchmal geht es auch nur darum, einfach mal nur einen Anfang zu machen und Informationen zusammenzutragen.

Aus diesem Grund wurde die Studien- und Berufsberatung aktiv: Wir luden über 25 Experten und Expertinnen aus allen möglichen Bereichen der Berufswelt ein und baten: erzählt den jungen Menschen von eurem Alltag, steht ihnen Rede und Antwort und überlegt gemeinsam mit ihnen, wie sie den Sprung ins Berufsleben schaffen können!

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich bereits im Voraus entschieden, mit welchen zwei Berufsvertretern sie in Kontakt kommen wollten und so wurde sich in zwei je 45-minütigen Gesprächsrunden eifrig ausgetauscht. Es ging um angenehme und weniger angenehme Aufgaben im Job, Routinen und Highlights des Berufsalltages, Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten, Bewerbungsmodalitäten und Praxiseinblicke.  Die Wichtigkeit geringer Fehlzeiten wurde mehr als einmal betont: „Daran denke ich gar nicht, wenn ich auch bei einer leichten Erkältung zu Hause bleibe“, gibt ein Schüler zu. Die Praktiker machen kurz klar, dass man mit so einer Arbeitseinstellung schnell weg vom Fenster ist – das hilft viel mehr als eine Lehrermahnung. Mit großer Zufriedenheit konnten wir beobachten, wie sich nicht nur der Horizont unserer Großen, sondern auch der unserer Gäste erweiterte. „Wie selbstverständlich die jungen Menschen mit dieser kulturellen Vielfalt an der Schule umgehen, ist bemerkenswert“, schwärmt ein Gast begeistert. „Ich komme sehr gern wieder.“ Am Ende des Abends sind viele zufrieden: Praktikumsangebote wurden ausgesprochen, Kontakte ausgetauscht und die Älteren zu einer Bewerbung sowie zur Aufnahme des Studiums ermutigt. Andere sind aufgewacht und sprechen uns an: „Können wir einmal gemeinsam überlegen, in welche Richtung ich gehen könnte?“ Auch das ist schon ein großer Erfolg!
So ein Abend muss wiederholt werden – da sind sich alle Beteiligten einig. Für die gelungene Veranstaltung bedanken wir uns bei allen Gästen, die uns ehrenamtlich zur Verfügung standen, bei allen Lehrern, die uns unterstützt haben, bei den engagierten Neuntklässlern, die an diesem Abend die individuelle Betreuung der Gäste und vor allem bei unserer Oberstufe, die sich so bereitwillig unseren Gästen und neuen Ideen geöffnet hat.
(von Martina Böttcher)