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Modul 10 "Sozialpraktikum"
- Sozial kompetent in den Beruf an der Gesamtschule Bockmühle in Essen

1.         Wie sieht das Modul bzw. die Modulumsetzung an unserer Schule aus?
Im Rahmen einer praxisbezogenen Laufbahn- und Berufswahlorientierung in den Jahrgängen 9/10 der Gesamtschule Bockmühle wurde zum Schuljahr 2009/2010 das WPII Fach "Sozialpraktikum" mit drei Schulstunden wöchentlich eingerichtet. Im ersten Durchgang erhielten wir diesbezüglich keine Modulförderung, arbeiteten aber schon zu diesem Zeitpunkt eng mit der Ehrenamt Agentur Essen e.V. zusammen. Diese bot den Kursteilnehmern die Teilnahme an dem Projekt „17/70 – Junge Paten für Senioren“ an. Da sich die Suche nach einem Praktikumsplatz für einige Schüler als sehr schwierig erwies und das Projekt dem Kurs interessant vorgestellt wurde, nahm die Hälfte der Kursteilnehmer mit Erfolg an diesem Projekt teil und absolvierte das "Sozialpraktikum" in Senioreneinrichtungen und erhielt diesbezüglich besondere Schulungen. Die inhaltliche Ausgestaltung der WPII-Kurse "Sozialpraktikum" orientiert sich an den Zielformulierungen im Rahmen des Moduls 10. Die Schüler sollen Tätigkeiten in sozialen, helfenden und pflegenden Berufen sammeln, ihr Berufswahlspektrum erweitern und ihre vielfältigen sozialen Kompetenzen stärken. Die Umsetzung des eigentlichen Moduls gliedert sich in drei Phasen, der Vorbereitungs-, Praktikums- und Nachbereitungsphase. (Seminarfahrt 09/2010 "Strippenzieher- Hilfsbereit")
Die Inhalte der Vorbereitungsphase beziehen sich auf folgende Fragestellungen: Was ist ein Sozialpraktikum? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen braucht man für einen sozialen Beruf? (Entwicklung eines Beurteilungsformulars zum Ende der Praktikumsphase) Welche Werte und Fähigkeiten habe ich? Welche Berufe gibt es im sozialen Bereich? Welche besonderen Kompetenzen erfordert der jeweilige Beruf? Welcher soziale Beruf passt zu dem einzelnen Schüler? In welcher Einrichtung könnte ich mein "Sozialpraktikum" machen? Wie bereite ich mich auf ein Vorstellungsgespräch vor? ("Wir schreiben eine Kurzbewerbung", Vorstellungsgespräche im Rollenspiel, Übungen zum aktiven Zuhören, Motivationstraining, Stärkung des Selbstbewusstseins, Förderung der Empathie- und Teamfähigkeit und Eigenverantwortung, etc.)  Viele dieser Inhalte wurden auf einer 2-tägigen Seminarfahrt erlebnisreich vermittelt.
Die Praktikumsphase sollte in der Regel nach den Herbstferien beginnen und ca. Mitte Januar enden. In dieser Zeit sollen die Schüler mindestens 20 Stunden in einer sozialen Einrichtung absolviert haben. Dafür entfällt der wöchentliche Kursunterricht. Die Schüler werden in dieser Phase von der Kurslehrerin und ggf. von den Kooperationspartnern in den Einrichtungen vor Ort sowie telefonisch bzw. online betreut. Außerdem finden ca. alle 5 Wochen zuvor festgelegte Termine im Kursunterricht statt, in der die Erlebnisse, Eindrücke oder auch Probleme aufgearbeitet werden. Zu diesen Terminen könnten auch Schülerreferate oder Vorträge von Schülern eingebracht werden, die im direkten Zusammenhang mit ihren Praktikumserfahrungen stehen (z.B. Referat über "Down-Syndrom"). Außerdem könnten der zuständige Berufsberater unserer Schule oder andere Institutionen wie z.B. Ansprechpartner entsprechender Berufskollegs oder Berufsfachschulen in den Unterricht eingeladen werden. Dies sollte vor den Anmeldeterminen der Berufskollegs oder Berufsfachschulen geschehen.
In der Nachbereitungsphase werden wiederum Erlebnisse aufgearbeitet, der Erlebnishefter besprochen, die Abschlusspräsentation vorbereitet, zu der Eltern, Lehrer, Schüler und teilnehmende soziale Einrichtungen eingeladen werden.
Hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung und der Organisation erweist es sich als vorteilhaft das Sozialpraktikum im Rahmen der WPII -Kurse anzubieten, da man einfach über mehr Zeit verfügt, die Schüler in unterschiedlichen Berufen Erfahrungen sammeln, sie über zwei Jahre eng betreut und im Rahmen ihrer Berufswahlorientierung unterstützt werden. Zudem konnten die Schüler bisher einen Babysitterführerschein erwerben, einen 1. Hilfe-Kurs absolvieren und Einblicke in die Arbeit des Friedensdorfes in Oberhausen erhalten. Aus dem letztgenannten Projekt entwickelten die Schüler Ideen das Friedensdorf zu unterstützen.
Ferner ist der Ablauf der inhaltlichen Planung mit unserem Konzept der Schule zur Berufswahlorientierung verbunden (s. Punkt 3). So versuchen wir z.B. den "Markt der Berufe" zeitlich vor die Praktikumsplatzsuche zu legen und entsprechende Berufsfelder auch im sozialen Bereich vorzustellen.

2.         Kooperationspartner
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Ehrenamt Agentur wird nun auch im neuen WP II Jahrgang bei der Modulumsetzung fortgesetzt. So übernahm die Ehrenamt Agentur in der Vorbereitungsphase die Durchführung des Vorbereitungsseminars "Sozial kompetent in den Beruf", unterstützt die Schüler bei der Suche nach Praktikumsplätzen (Kontaktbrücke zu gemeinnützigen Organisationen), qualifiziert und begleitet Schüler während der Praktikumsphase und gestaltet die Abschlusspräsentation mit. Außerdem wurden verschiedene soziale Einrichtungen gewonnen, die sich auf dem "Markt der Berufe" an unserer Schule im Vorfeld der Praktikumsphase vorgestellt hatten (vgl. Punkt 3).

3.         Einbindung des Moduls in die übergeordnete Berufswahlorientierung der Schule: Berufswahlorientierung - Berufswahlentscheidung  
Die folgende Zusammenstellung stellt eine Übersicht über die „Bausteine“ dar, die die Schüler in drei Schuljahren von Klasse 8 bis Klasse 10 zu dem Bereich ihrer Berufswahlüberlegungen an der Gesamtschule Bockmühle kennenlernen. Alle Informationen und erworbene Bescheinigungen werden in einem Berufswahlordner des jeweiligen Schülers abgeheftet, so auch die Bescheinigungen aus dem "Sozialpraktikum". Dabei können einzelne Bausteine wegfallen, bzw. durch andere ersetzt werden.  Auch die Reihenfolge bzw. Zuordnung zu einzelnen Jahrgängen kann sich ändern!
Angebote im 8. Jahrgang: Berufsfindungstage Kolpingwerk; Teilnahme am Girls Day oder Neue Wege für Jungs; Teilnahme am Parcours „Starter kit“; Kompetenzcheck, Auswertung durch die Weststadt Akademie; Praxistage (Weststadt / Kreishandwerkerschaft / Bauindustrie); PC-Schulung; WPII-Wahl; Laufbahnbogen  (Laufbahn- und Zeugnisnoten); Kopie Halbjahreszeugnis; Kopie Versetzungszeugnis.
Angebote im 9. Jahrgang: Was will ich – was kann ich? (Projektunterlagen), Besuch des Berufs-Informations-Zentrums (BIZ); Informationsabend für Eltern, Elternabend WPII "Sozialpraktikum"; der Berufsberater stellt sich in den Klassen vor; Ergebnis aus der Seminarmappe (Explorix); Heft: Beruf regional; Planet-berufe.de; Stärkeprofil erstellen; Markt der Berufe an der Bockmühle; Bewerbungstraining (Projektunterlagen); Vorbereitung des Betriebspraktikums; Praktikumsbestätigung (3-wöchiges Praktikum); Lernferien (Kompetenzen, Bewerbung);  Orientierungspraktikum vor den Sommerferien; Zertifikat der Schülerfirma; Bescheinigung vom Gesundheitsamt (Unterweisung); Bescheinigung Ehrenamt; Bescheinigung Praktikum ("Sozialpraktikum"); erstes Beratungsgespräch mit dem Berufsberater am ....; Teilnahme am Projekt Startklar; Teilnahme an Projekten: .........; Babysitterführerschein.
Angebote im 10. Jahrgang: Sprechstunde beim Berufsberater am: ...; Ausbildungsbörse an der Bockmühle am:  ...; Bewerbungstraining am ...; Vorstellungsgespräch (Projektunterlagen) im November 2010; Vorstellung der Berufskollegs in der Bockmühle; Betriebsbesichtigung am ... in folgender Firma: ...; Teilnahme am Projekt Startklar; Orientierungspraktikum in der Winterwanderwoche; Hausinterne Informationsveranstaltung: Oberstufentag; Infotag an folgendem Berufskolleg am 18.11.2010:  ....; Bescheinigung ehrenamtliche Tätigkeit.
Außerdem erhalten die Schüler für das entsprechende Schuljahr eine Terminübersicht.

4.         Elternarbeit
Die Elternarbeit im Rahmen des Sozialpraktikums befindet sich noch in den Anfängen. Im Vergleich zu anderen Elternabenden dieser Jahrgangsstufe sind erfreulich viele Eltern zum Informationsabend erschienen. Die Eltern zeigten sich sehr interessiert und einige konnten uns bei der Hilfe auf der Suche nach Praktikumsstellen unterstützen.

5.         Bisherige Bilanz. Wie entwickelt sich das Modul weiter? Zukunftsideen?!
Für die weitere Zukunft wünsche ich mir, mehr männliche Schüler für das "Sozialpraktikum" zu gewinnen.  Eine Idee wäre z.B.  im Rahmen des "Girls Day" / "Boys Day" ein Schnupperpraktikum für Jungen in sozialen Berufen anzubieten. Als Zielgruppe könnte man versuchen, gerade die Jungen aus dem 8. Jahrgang anzusprechen, da diese noch vor ihrer WPII - Wahl stehen. Infos hierzu findet man unter der Internetadresse www.neue-wege-fuer-jungs.de.
Ferner sollten auch auf dem "Markt der Berufe" männliche Vorbilder in sozialen Berufen als ein erster Kontakt für die Jugendlichen präsent sein.

6.         Zitate / Photos
Photos von unserer Seminarfahrt WPII Kurs 9 Schuljahr 2010/2011: "Frühstück mit Hindernissen"

Schüleräußerungen nach der ersten Praktikumsphase (Sozialpraktikum des 9. Jahrgangs, 2009/2010)
1) Was ich über mich gelernt habe:
  • Ich habe in dem Projekt 17/70 gelernt, dass ich offener und mehr aus mir heraus kommen muss, weil ich sehr ruhig und schüchtern bin.
  • Ich habe gelernt, dass ich mehr Geduld haben muss … und viele Ideen habe.
  • Mein Selbstbewusstsein ist besser geworden. Ich kann jetzt mit anderen Leuten offener reden. Ich verstehe die älteren Leute jetzt besser.
  • Ich habe gelernt wie andere sich fühlen, z.B. alte Leute, die nicht gut hören, sehen oder laufen können. Wir haben viele verschiedene Versuche gemacht und dabei merkte ich, dass es im Altersheim nicht so einfach ist. Man ist oft einsam, man bekommt nicht sofort alles nach Wunsch.
  • Ich habe gelernt, dass ich keine Angst vor alten Menschen haben muss.
  • Ich habe oder hatte schon einige Behinderungen und erfuhr, dass dies nichts im Vergleich zu denen im Praktikum  ist.
  • Dass ich positiv auf Kindern gegenüber wirke. Dass ich Spaß mit geistig behinderten Kindern habe.
  • Ich habe gelernt, dass ich viel Geduld habe jemandem etwas zu erklären oder ihm beizubringen. Ich denke, dass ich eine sehr positive Ausstrahlung zu Kindern habe.
  • Ich habe über mich gelernt, dass ich bis jetzt sehr unzuverlässig war und mich zu spät um das Sozialpraktikum gekümmert habe! Aber das soll sich alles bessern, von mir selber aus, weil das war nämlich falsch, was ich gemacht habe.
2) Was ich über andere gelernt habe:
  • Nicht jeder hat eine gleiche Meinung …
  • Ich habe die Christen besser, also die Religion besser kennen gelernt. Die Rituale, die Kultur, die Feste. Ich habe auch noch andere Glaubensrichtungen kennen gelernt.
  • Ich lernte in dieser Zeit, dass jeder Mensch anders ist und man jeden so respektieren sollte wie er oder sie ist.
  • Ich habe über andere gelernt, dass es sehr viele Verhaltensweisen gibt. Die einen sind sehr laut und nur am rum rennen, die anderen dagegen eher ruhig, sie basteln lieber oder schauen sich Bücher an.
  • Wie andere mit den Kindern umgehen.
3) Über das Praktikum insgesamt:
  • Die Seminare haben bis auf ein oder zwei Treffen Spaß gemacht. Wir haben Rollenspiele und Gruppenarbeit gemacht, dabei gab es immer viel zu lachen.
  • Ich find das einfach toll, dass wir da alle zusammen über unsere Religionen reden. Das Projekt (17/70) ist wirklich eine Hilfe.
  • Es war ein sehr hilfreiches Projekt. Es hat mir geholfen die Angst zu überwinden, falls einer im Altersheim stirbt und es gut zu verarbeiten.
  • Das war gut und hat manchmal Spaß gemacht, weil wir viele Sachen über Senioren gelernt haben, z.B. was man mit ihnen unternehmen kann.
  • Im Praktikum habe ich gelernt wie man mit Menschen, die körperliche oder geistige Behinderungen haben umgeht.
  • Es war schön zu sehen, dass die Kinder trotz ihrer Behinderung Spaß haben.
  • Nette, aber anstrengende Kinder; schöner Kindergarten; viele Veranstaltungen.
  • Ich bin in einer Sprachtherapie und da helfe ich Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Sprechen zu lernen.
  • Neue Erfahrungen zu sammeln wie die Kinder untereinander sich verhalten.
  • Das Praktikum im Kindergarten ist toll. Die Kinder und die Betreuer sind alle nett.
4) Was ich mir wünsche:
  • Dass die Zeit im Seniorenzentrum gut vergeht und dass wir alle gemeinsam Spaß haben.
  • Dass die Zeit im Altersheim schön und gut wird.
  • Im Kindergarten zu arbeiten.
  • Dass ich weiterhin bei diesem Praktikum bleiben kann.
  • Ich wünsche mir, dass die Kinder die Aufmerksamkeit und Vertrauen brauchen dies auch bekommen.
  • Evtl. Babysitterführerschein; Friedensdorf.
  • Dass der Kindergarten immer so bleibt.
WP II Kurs 9: Tagesseminar "Friedensdorf Oberhausen" - "Bastelaktion" vom Juli 2010



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Unser Besuch im Friedensdorf Oberhausen

Am 8.7.2010 fuhren wir mit dem WP II-Kurs Sozialpädagogik mit Frau Hömßen zum Friedensdorf  in Oberhausen. Dort empfing uns, als wir angekommen waren, die Sarah an der Eingangstür. Danach gingen wir in den Gruppenraum und erhielten ein paar Informationen über das Friedensdorf . Nachdem wir besprochen hatten, was wir mit den Kindern unternehmen können, durften wir auf dem Hof die Kinder kennenlernen und verloren gegen sie beim Fußball.
Wir hatten gar nicht erwartet, dass die Kinder so auf uns zukommen würden. Wir unterhielten uns mit ihnen, spielten Spiele und tanzten zusammen.  Anschließend bastelten wir mit den Kindern mit den von uns mitgebrachten Ideen und Materialien. Um 13.00 gab es ein gemeinsames Mittagessen. Zum Abschluss spielten wir mit ihnen noch einmal Fußball und Basketball.
Kadir Kocak, 10 d, 16.12.2010