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Solidarität mit den Krebskranken – weil diese Krankheit alle treffen kann Ein Benefizprojekt von jungen Leuten nicht nur mit ausländischer Herkunft „Die Neighbours in Contact – laden ein zur Benefizveranstaltung zugunsten der Essener Krebshilfe“ – das stand auf dem Flyer, den die Mitglieder dieses Vereins schon einige Wochen vor der Veranstaltung im Essener Westen und an den dortigen Schulen verteilt hatten. Am Sonntagnachmittag, dem 21.11., war es soweit: Direkt hinter dem Eingang zum Foyer des Jugendzentrums Papestraße wurden die Gäste von freundlichen jungen Leuten empfangen, die einen Euro als Eintrittspreis für diese Benefizveranstaltung verlangten. Sah man sich jetzt um, war man von einem fröhlichen Trubel umgeben: Gegenüber ein Losstand, betreut von Patrick Kammalodi angolanischer und Münevver Kilic türkischer Herkunft, an dem man von Sponsoren gestiftete I-Pods, Kinderdreiräder und andere Kostbarkeiten bei ein wenig Glück und für einen kleinen Spendenbeitrag gewinnen konnte; daneben nette junge Damen wie Hiba Ali Ibrahim, die einem Wertmarken verkauften, damit man die vielfältigen süßen und herzhaften Essensangebote genießen konnte. Mütter der jungen Organisatoren hatten viele Kuchen gebacken, türkische und arabische warme Speisen waren von Familienangehörigen, Kleinunternehmen und Vereinen gestiftet worden, um die Veranstaltung zu einem Erfolg zu machen und möglichst viel Geld für die Krebshilfe zu sammeln. Um die Ecke war ein langer Tisch mit einem Second-Hand-Basar aufgebaut, an dem die gespendeten Gegenstände durch ihren Verkauf ebenfalls die Kasse der Krebshilfe aufbessern konnten. In einer Ecke konnte man sich ornamentale Henna-Tattoos auf die Hand oder den Arm malen lassen Im großen Saal versteigerte Rami Nammour, einer der Hauptorganisatoren, kleine Gemälde von Jugendlichen für einen Solidaritätspreis, traten Tanz- und Musikgruppen auf und wurde mit einer Diashow von der Arbeit mit krebskranken Kindern berichtet. Die Rednerin musste berichten, dass leider einige Kinder auf diesen Fotos schon gestorben waren. Viele Jugendliche und Erwachsene sind aktuelle oder ehemalige Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bockmühle, denn hier hatte sich mit Unterstützung der RAA Essen und unter Leitung von Naima El-Jaouharie ein Kreis von Jugendlichen gebildet, der sich mit den gegenseitigen Kulturen auseinandersetzen und sozial engagieren wollte. Seit März 2010 war diese Veranstaltung langfristig und professionell vorbereitet worden: Am Anfang stand die gemeinsame Entscheidung, sich für die Krebshilfe zu entscheiden. Denn, so erklärte es Ahmad Omeirat, der als Mitglied des Integrationsbeirats die Veranstaltung unterstützte: „So wird deutlich, dass wir alle gemeinsame Probleme haben, z.B. dass man krebskrank werden kann. Wenn wir gemeinsam etwas dafür tun, werden vielleicht auch andere Probleme nicht als spezielle von Deutschen oder Menschen mit ausländischer Herkunft gesehen, sondern als etwas, was gemeinsam angepackt werden kann“. Es wurden Unterstützer bei der RAA, im Jugendzentrum Papestraße, beim Integrationsbeirat, bei Unternehmen und Eltern geworben, die alle halfen, kostenlos Informationsblätter zu drucken, die Räume zu stellen und die Infrastruktur der Veranstaltung zu garantieren. Hüssein Omeirat hatte den Vorstand seines Vereins überzeugt, für 100 Personen Essen und Trinken zu spendieren; der ehemalige Bockmühle-Schüler Mohammad Khoaiche sorgte mit einem Kollegen des Sicherheitsdienstes ISSA-Security gratis dafür, dass alles in ordentlichen Bahnen lief. Halima Zaghdoud als Projektleiterin der RAA packte nicht erst an diesem Tag selbst mit an und verkaufte den Kuchen, auch an ihren Chef, den Leiter der RAA Essen Dr. Helmut Schweitzer, der sich erfreut und erstaunt zeigte, wie viele Gäste an diesem Sonntag den Weg in das Jugendzentrum gefunden hatten. „Manchmal ist uns zwischendurch der Atem weggeblieben, als wir merkten, was alles zu organisieren ist“, erzählte Florentina Gashi, Schülerin und SV-Sprecherin an der Gesamtschule Bockmühle; doch jetzt strahlte sie vor Freude, dass die viele Arbeit sich durch die große Resonanz ausgezahlt hatte. Rami Nammour hatte sich ebenfalls bei der Organisation im Vorfeld sehr ins Zeug gelegt und eilte an diesem Nachmittag von der Bühne, auf der er moderierte, zu den Ständen, um zu überblicken, ob alles rund lief. Frohe „Neigbours“, die wirklich mit den deutschen und Gästen aus anderen Kulturen „in Kontakt“ kamen, fröhliche Besucher und sicher glückliche Gesichter bei der Deutschen Krebshilfe und vielleicht bei krebskranken Kindern, denen mit den Spendengeldern frohe Stunden geschenkt werden können. J. Friedrich, 23.11.2010 |
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