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Artikel im Westanzeiger vom 30. Juli 2011
Ab aufs Rad und von Bergwerk zu Bergwerk
Bockmühlen-Schüler fuhren auf dem Drahtesel von Saarbrücken nach Essen

ProFellow e.V. lud 13 Schü­lerinnen und Schüler ein, sich einer ganz besonderen Herausforderung zu stellen: der 400 Kilometer lan­gen Radtour„Von Bergwerk zu Bergwerk - Spuren der Kohle erfahren".

Nachdem die letzten Tests bestanden waren und nach dem Sommer geht es für viele Zehntklässler der Gesamt­schule Bockmühle in die Berufsausbildung, die Oberstufe oder auf ein Berufskolleg.
Überall erwarten die Schü­lerinnen und Schüler viele neue Herausforderungen, die sie nur mit großem Durchhaltevermögen bestehen können. Grund genug, dieses jetzt noch einmal außerhalb der Schule auf ungewöhn­liche Weise zu trainieren.

13 Jugendliche der Gesamt­schule Bockmühle Essen-Altendorf und der Lise-Meitner-Gesamtschule Duisburg machten sich mit dem Verein ProFellow e.V mit dem Fahrrad auf den Weg vom Berg­werk Saar bei Saarbrücken bis zur Zeche Prosper in Bottrop (Malakoffturm).
Per Rad wurden circa 400 km in sieben Tagen überwun­den und dabei auch etwas über die Bedeutung des Kohleabbaus in den Regionen gelernt.
Beim Training vorher wur­de das Fahrrad der Schüler auf seine Verkehrssicherheit überprüft und entschieden, ob dem Teilnehmer ein Fahr­rad auf Veranstalterkosten entliehen wird.
Doch so mir nichts dir nichts wurden die Schüler auch nicht ihrem Schicksal überlassen. Vielmehr beglei­tete die Gruppe auf der Tour dann ein Kleinbus mit einem erfahrenen Langstrecken-Radler. Zur Sicherheit und zur Motivation.
Dabei wurde in Jugend­herbergen übernachtet, bei ausreichendem Komfort auch mal auf einem Zeltplatz. 400 Kilometer, einfach so radeln? Mitnichten. Ein spannendes Rahmenpro­gramm machte die Fahrt zu einem tollen Sommererleb­nis, an dem jeder Teilnehmer auch persönlich wachsen wird.

400 Kilometer mit buntem Programm!
„Denn einige Tage hinter­einander Fahrrad zu fahren, ist anstrengend, vielleicht möchte man auch aufgeben, garantiert muss man seine Grenzen überwinden - aber es lohnt sich, denn das Gefühl am Ziel ist einfach wunder­bar", so Martina Böttcher. Sie durfte dieses Gefühl als Jugendliche selbst auf einer Fahrt von Partnerstadt zu Partnerstadt kennenlernen und davon profitieren. Die 27-Jährige arbeitet seit zwei Jahren für die Initiative Teach  First Deutschland an der Ge­samtschule Bockmühle und hat bemerkt, dass Jugend­liche aus außerschulischen Angeboten einen besonders großen Nutzen ziehen.
„Durch die Radtour möch­ten wir die Einstellung der Schüler zur eigenen Leistung ändern. Das kann sich auch auf die weitere Arbeit in der Schule bzw. im beruflichen Alltag auswirken", erklärt die Mitinitiatorin des Projektes.
Gleichzeitig möchte sie die Gelegenheit nutzen, den Teilnehmern mehr Wissen über Deutschlands Westen und den Bergbau näherzubringen. Das wurde durch das „Erfahren" wichtiger Stationen an Saar, Mosel und Rhein erreicht. Das sensibilisierte die Schüler stark für den Strukturwandel in der Region und für ihre persön­lichen Entwicklungsmöglich­keiten.
Durch die finanzielle und ideelle Förderung der National-Bank Essen, der deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren, Claudia Rom (Bündnis 90/ Die Grünen), der Ernst-Löchelt-Stiftung, Michael Gerdes, MdB, und der RAG ist es gelungen, den Teilnahme­beitrag für die Jugendlichen auf einen symbolischen Be­trag zu beschränken und ein spannendes Programm zu gestalten.
„Keiner hat somit diese Veranstaltung verpasst, weil er sich eine Teilnahme nicht leisten konnte", freut sich Böttcher. Bei der Zieleinfahrt war jedenfalls eines sicher: Für die Schüler war das eine Erfahrung, die sie im Leben nicht so schnell vergessen werden und auch nicht mis­sen möchten.

ZUR INITIATIVE
Die gemeinnützige Initiative Teach First Deutschland schafft bes­sere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit schlechten Startchancen, indem sie zusätzliche kompetente Fachkräfte (Fellows) für zwei Jahre in Vollzeit an Schulen schickt. Fellows fördern Schüler individuell und bringen zusätzliche Angebote an die Schulen.