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Deutsch-irischer Austausch mit Musik und Schauspiel bringt junge Leute einander näher
Die Welt als großes Puzzle - jeder ist ein Stein
Brigitte Ulitschka, WAZ Hattingen vom 26.02.2011

Wer sagt's denn: Musik verbin­det. Doch nicht nur sie. Je 16 Jugendliche aus Deutschland und Irland kamen sich auch im Medienworkshop, beim Schauspiel, bei anderen krea­tiven Übungen und nicht zuletzt im täglichen Zusam­menleben näher.
Fremd waren sie sich nicht mehr. Dafür hatte schon die Woche im Oktober voriges Jahr gesorgt. Der Aufenthalt hatte bereits manches Vor­urteil ausgeräumt, Hemm­schwellen gesenkt, Berüh­rungsängste genommen. In Welper war die Wiedersehens­freude groß. Das „Welcome" an der Wand in der Jugendbildungsstätte des Freizeitwerks Welper galt nicht nur Nigel, Gary und Keith, sondern allen jugendlichen und erwachse­nen Gästen. Ein Rapper aus dem Senegal riss sowohl die Jugendlichen aus dem nordirischen Strangford als auch die Gesamtschüler aus Essen vom Hocker.
Vollgepackt war das Pro­gramm für Paddy Maloue und seine Delegation und die Schüler aus Essen,  die ihre Heimatstadt präsentierten , wie zuvor die irischen Jugend­lichen durch Dublin geführt hatten Spiel, Sport und Spaß wurden zwar großgeschrieben. Doch es ging um mehr; die Rolle der Jugendliehen jetzt und künftig in Europa. Und um das Thema Rassismus.
„Der ist schuld, dass ich keine Arbeit bekomme." Solche Sprüche wollen sie künftig kri­tisch hinterfragen. Einschrei­ten. Nein sagen, wenn Auslän­der dumm angemacht werden. Nicht nur wie jetzt bei der Abschlusspräsentation, son­dern auch im wirklichen Leben. Denn wie man sich fühlt in einem anderen Land, davon haben sie alle einen Ein­druck bekommen. Davon, dass andere Hautfarbe, Ausse­hen oder Religion aber keine Rolle spielen, weil sie sich ver­stehen, wenn sie aufeinander zugehen.
„Love hurts" vermittelte die Schauspielgruppe. Doch auch Abschiednehmen schmerzt. Daran dachte bei der Präsenta­tion der Ergebnisse des deutsch-irischen Kulturaus­tausche noch keiner. Elaine, die auf dem Foto Geige übt, traute sich auch allein zu spielen. Alle hatten Sprachprobleme schnell überwunden. Zeig­ten Rassismus die rote Karte auf Bildern.
Auf der Länderkarte der jun­gen Leute ist die ganze Welt eine Familie. Zwei Personen, eine dunkel, eine hellhäutig, gehen gemeinsam der Sonne entgegen, also einer positiven Entwicklung. Bei einem Puzz­le, egal wie man es kombiniert, ist das Ergebnis stets gleich: We belong together. Die Jugendlichen fühlen sich auf jeden Fall zusammengehörig.