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Euro, EM und der Europaflagge auf der Spur:
Projekttag „Europa“ in Klasse 8

In Kooperation mit der Landeszentralen für politische Bildung (LpB) organisierte die GEB Klassenprojekttage rund um das Zusammenleben im vereinten Europa


von Martina Böttcher
Die Fußball-EM und den Euro kennt ja nun wirklich jeder und die blaue Flagge mit den zwölf gelben Sternen auch – schließlich ist sie ja auch am Eingang zu unserer Schule zu sehen. Die Gesamtschule Bockmühle bietet als Europaschule zahlreiche Schulbegegnungen sowie den Europakurs zur beruflichen Orientierung an. Doch wir als Schule möchten vielmehr alle Schülerinnen und Schüler mit Europa vertraut machen und europäische Perspektiven für jeden Einzelnen eröffnen. Was ist es denn, das Europa verbindet? Was steckt eigentlich hinter diesem Begriff, der nun doch meistens in den Nachrichten fällt und aus unserer Schule eben eine „Europaschule“ macht?
Solchen Fragen sind seit der Europawoche nach dem 9. Mai unsere Achtklässler auf der Spur. Während der Lehrplan Gesellschaftslehre an Gesamtschulen das Thema erst in der 10. Klasse vorsieht, bemühen sich die Lehrenden des achten Jahrgangs um ein breites Grundwissen bei den Jüngeren. Dabei gehen ihnen die Juniorteamer der LpB tatkräftig zur Hilfe: jeweils zwei junge europabegeisterte Menschen, die in der Vermittlung europäischer Zusammenhänge und der Leitung von Gruppen geschult sind, kommen für einen Schultag in die Klasse, um die Schülerinnen und Schüler selbst von Europa zu überzeugen. Die Kosten für diesen Einsatz übernimmt die LpB, Vor- sowie Nachbereitung des Projekttages organisieren die Klassenlehrer. Und so überlegen unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam, welche Länder zu Europa gehören und wo sie genau liegen. Sie erarbeiten sich die Unterschiede zwischen dem geografischen Europa und der politischen Institution Europäische Union. Dabei sehen sie sich manchmal vor einen schwierigen Text gestellt, den sie mutig zerpflücken – auch wenn die Gedanken mal andere Wege entlang spazieren wollen. Oder sie analysieren kleinschrittig die Vorteile Europas mit Hilfe einer Karikatur. Bei Unsicherheiten sind die Juniorteamer genauso hilfsbereit wie die Klassenlehrer und bauen kleine Eselsbrücken. Auch das lustige Europa-Tabu vermittelt einen Eindruck von Europa. Wissen über das Thema wird auf diese besondere Art und Weise einer Vielzahl von Schülern vermittelt. Spielerisch wird die abstrakte Idee Europa für junge Menschen greifbar gemacht und der direkte Einfluss auf ihre eigene Lebenswelt verdeutlicht. Als Erwachsene müssen wir zugeben, dass für unsere Schüler andere Aspekte dieser Staatenunion präsent sind als für uns. Hier scheinen Roaminggebühren, Billigflüge und gleiche Markenprodukte wichtiger zu sein  als Visumsbürokratie und politisches Gewicht gegenüber anderen Ländern. Doch immer wieder finden wir den Wunsch nach Frieden und wirtschaftlichen Vorteilen in der Argumentation der Achtklässler – auch wenn es sehr vereinfacht ist. Das merkt man vor allem, wenn sie über die Zukunft ihres Europas sprechen: warum nicht ein Europa mit der Türkei? Wie kann denn stärkere Zusammenarbeit problematisch werden? Ein schwieriges Thema bleibt Europa natürlich trotzdem. Zu vielfältig sind die Faktoren, die bei diesem Thema berücksichtigt werden müssen. Doch gemeinsam haben wir herausgefunden, dass es nicht unmöglich ist, dieses Thema anzugehen. Das macht Lust auf mehr.