„Jungens, traut euch!“ – Ein Präsentations- und Werbenachmittag des Projektkurses „Sozialpädagogische Berufe“ An der Gesamtschule Bockmühle wird nicht nur theoretisch auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereitet: Während schon seit vielen Jahren in Praktika und Schülerbetrieben auf die praktischen Kompetenzen der Berufsfelder orientiert wird, gibt es erst seit zwei Jahren mit dem Fach „Sozialpädagogische Berufe“ die Möglichkeit, im 9. und 10. Schuljahr in soziale und pädagogische Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern. 20 Stunden (einmal wöchentlich und dann über mehrere Monate verteilt) arbeiten die Kursteilnehmer/innen praktisch in den verschiedensten Einrichtungen. Am Dienstag, dem 15. Februar, waren die Stuhlreihen vor der Tribüne der Mensa recht gut gefüllt, denn es hatten sich Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen des 8. Jahrgangs und Betreuer aus verschiedenen sozialpädagogischen Einrichtungen eingefunden und waren gespannt, was ihnen auf dem Präsentationstag des Kurses „Sozialpädagogische Berufe“ geboten werden würde. Die Achtklässler waren gezielt eingeladen worden, um sich an diesem Präsentationsnachmittag über die Möglichkeiten und Chancen dieses Projektunterrichts zu informieren. Im Begrüßungswort wies unser Schulleiter Herr Prepens dankend auf die Unterstützung hin, die dieses neue Fach vonseiten der Bundesagentur für Arbeit, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und der Stiftung Partner für Schule NRW erfährt. Ute Hömßen, die als Kurslehrerin dieses Fach konzipiert, die Kontakte geknüpft, die Schüler/innen vorbereitet und im Praktikum betreut hatte, berichtete über die vielfältigen Praxisbereiche, in denen die Schüler/innen Erfahrungen sammeln konnten: Sie konnten Kindertagesstätten, Grundschulen im offenem Ganztag, Jugendhäuser, Förderschulen, Seniorenheime, Wohngruppen mit Menschen mit geistiger Behinderung, ergotherapeutische Einrichtungen, sogar eine Hundeauffangstation wählen, um sich in der Arbeit (meist) mit Menschen zu erfahren und zu bewähren. Zusammen mit Michaela Kremer, die von dem externen Kooperationspartner der Ehrenamt Agentur als Dozentin eingesetzt wurde, erklärte Frau Hömßen, wie die Kursteilnehmer/innen auf die Praktikumsarbeit vorbereitet wurden: Mit spielerischen Aktionen lernten sie ihre sozialpädagogischen Fähigkeiten kennen und übten sie den Umgang mit Menschen, die in irgendeiner Weise der Hilfe bedürfen. So mussten sich zum Beispiel einige die Augen verbinden oder die Ohren verstopfen, Handschuhe anziehen und wurden dann von den anderen gefüttert. Die Präsentation auf der Bühne begann mit einem bewegenden Tanz der Wohngruppe "Haus Baasstraße" vom Diakoniewerk Essen, in der Merve und Vanesa ihr Praktikum absolviert hatten. Alle Tänzer/innen legten sich, so gut sie sich bewegen konnten, ins Zeug, auch der Rollstuhlsfahrer in ihrer Mitte, so dass sie vom Publikum begeistert beklatscht und zu einer Zugabe aufgefordert wurden, die sie dann mit einem anderen Tanz auch geben konnten. Merve und Vanesa sind von ihren Erfahrungen in dieser Einrichtung übrigens so positiv beeindruckt, dass sie sich eine Berufsausbildung in diesem Bereich durchaus vorstellen können. Gut vorbereitet betraten verschiedene Jugendliche aus dem 9. und 10. Jahrgang die Bühne, um zu erzählen, was sie gelernt haben und was sie besonders beeindruckt hat. Gülsen fand es wichtig, das Gefühl gehabt zu haben, gebraucht zu werden, einen Einblick in das Leben anderer Menschen, bei ihnen konkret Demenzkranker, bekommen zu haben, zu wissen, wie man ihnen hilft und wie man alten Menschen zuhört. Ramona, Lisa, Jaqueline und Rosa aus dem 9. Jahrgang berichteten von ihren Tätigkeiten in der Kindertagesstätte, wie sie mit den Kindern spielten und bastelten, ihnen beim Anziehen und Händewaschen halfen. Kadir stellte das besondere Hilfsprojekt für das Friedensdorf Oberhausen vor, das aus dem Engagement der Schüler/innen dieses Kurses erwachsen war: Nach einem eintägigen Praktikum im Friedensdorf, bei dem sie erst mit Erschrecken die Kriegsverstümmelungen der dort zur Heilung aufgenommenen Kinder gesehen, sich mit ihnen dann aber schnell mit Basteln und Fußballspielen angefreundet hatten, beschlossen sie eine Kleider- und Spielzeugsammlung für diese Kinder an unserer Schule zu organisieren. Auch diese eigenständige Aktion wurde mit der Übergabe der Spenden erfolgreich abgeschlossen. Nur 3 Jungen hatten sich im 10. Jahrgang für dieses Praktikum interessiert – typisch für ein Berufsfeld, in dem fast nur Frauen beschäftigt sind. Um mehr Schüler für diesen Bereich zu begeistern, luden Sami und Mehtap männliche Vertreter dieser Branche zu einem Podiumsgespräch auf die Bühne: Herrn Mandel als Leiter des „Hauses an der Baasstraße“, den Erzieher Herrn Irmler von der Bodelschwingh- Schule, Herrn Bengel vom Berufskolleg im Bildungspark und Herrn Antunovic vom Seniorenstift Martin Luther. Sie wurden als Vorbilder befragt, warum sie als Männer in dem sozialpädagogischen Bereich arbeiten würden. Herr Mandel erklärte, er würde seine Hausbewohner besonders dafür lieben, dass sie ihre Dankbarkeit sofort, aber auch klar deutlich machen würden, wenn ihnen etwas nicht gefalle. Herr Irmler drückte seine Freude darüber aus, Kindern beibringen zu können, wie man lernt. Er rief den Jungen im Saal zu: „Traut euch! Ihr werdet in keinem Bereich mit mehr Frauen zusammenarbeiten als im Sozialbereich!“ Nach der Bühnenpräsentation gab es die Möglichkeit, eine Wanderung entlang von Ausstellungstafeln zu machen, an denen die Praktikanten/innen ihr eigenes Betätigungsfeld anhand von schönen Plakaten mit Fotos und Beschriftung erklären konnten. So waren alle Schüler/innen an diesem Tag im Einsatz. Die Schülerfirma „Das Lokal“ bot seine beliebten Leckereien an, auf die der Schulleiter, wie er in seiner Anfangsrede gestanden hatte, sich schon die ganze Zeit gefreut hatte. Jürgen Friedrich, 15.02.2011 Fotos: Stefan Müller und Jürgen Friedrich |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |


























