Sommertage in Polen - 7E auf Klassenfahrt bei unserer Partnerschule in Tuchomie von Martina Böttcher Schule kann so schön sein! Vor allem, wenn man die Schulzeit mal außerhalb des Alltags verbringt, zum Beispiel in unserer Partnerschule in Tuchomie im Norden Polens. Diese Erfahrung machte auch dieses Jahr wieder eine unserer siebten Klassen, die mit drei Lehrern (Herr Maasch, Herr Abid und mir) im Schlepptau die 16-stündige Busfahrt antrat und am Morgen des 30.5. von polnischen Schülern und Lehrern mit einem deftigen Frühstück und viel Sonnenschein begrüßt wurde. Schnell wurden die Taschen ausgepackt und wir begannen, unsere Gastgeber ein bisschen besser kennenzulernen – schließlich wollten wir ja wissen, mit wem wir’s die nächsten Tage zu tun haben würden. Unser unsicheres „Jestem Martina. A ty?“ wurde mit einem freundlichen und zuversichtlichen „Ich heiße Tarek und du?“ von polnischer Seite beantwortet. Da fielen die wenigen Hemmungen ganz leicht ab und mit Händen und Füßen tauschten Schüler und Lehrer immer mehr Gemeinsamkeiten miteinander aus. Nachdem wir im historischen Städtchen Bytów Geld gewechselt und ein paar kleinere Einkäufe erledigt hatten, begeisterten uns unsere Gastgeber mit einem zünftigen Ritterabend. Simon legte einmal fast vollständig die Rüstung eines Ritters an und war kaum wiederzuerkennen. Wir übten uns im mittelalterlichen Tanz genauso wie im Messerwurf und Bogenschießen und mussten dabei natürlich sehr viel lachen. Nach so viel Aktivität hatten wir uns gegrillte Würstchen und das ein oder andere Glas Cola auch wirklich verdient und wir hauten alle kräftig rein. So kamen wir wieder zu Kräften und konnten den Tag mit ein bisschen Sport beenden, bevor wir alle zufrieden einschliefen. Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Wir machten uns gemeinsam mit unseren polnischen Gastschülern auf den Weg zur größten Wanderdüne Polens. Jeder bekam ein gelbes Kopftüchlein zum Schutz vor der gleißenden Sonne und los ging’s zur Ostsee. Hei, die lange Fahrt hatte sich gelohnt, als wir das erste Mal auf diesem Riesenstrandsandberg standen und uns einfach fallen ließen. Wir tobten ausgelassen, kamen dabei gehörig ins Schwitzen und konnten es deshalb kaum erwarten, endlich in die Ostsee zu springen, die ja nur noch 10 Minuten Fußmarsch von uns entfernt lag. Da lieferten wir uns erst mal eine große Wasserschlacht, bei der auch all diejenigen nass wurden, die eigentlich gar nicht ins Wasser gegangen waren. Abends waren wir richtig groggy – und schafften es trotzdem noch, mit Herrn Abid eine Runde zu kickern. Nach dem Frühstück ging’s am nächsten Tag gleich weiter mit dem Sport. In Polen wird am 1.Juni der Kindertag nämlich immer mit einem großen Sportfest gefeiert. Da mussten wir uns mit den sportlichen (und auch ein wenig größeren) Polen im Fußball messen und durften uns auch mal im Volleyball versuchen. Es machte Spaß – auch wenn wir den Schritt auf’s Siegertreppchen knapp verfehlten. Nach dem Mittagessen packten wir alle schnell das Nötigste zusammen und verließen die Schule, um zwei Nächte auf einem wunderschön am See gelegenen Zeltplatz zu campen. Sobald wir die Zelte aufgebaut hatten, erkundeten wir das Terrain, sprangen wir in den See, spielten und näherten uns immer weiter den neuen polnischen Freunden an. Eines können wir jetzt wirklich bestätigen: Campen verbindet. Abends saßen wir schon ganz traulich am großen Lagerfeuer zusammen und lauschten den schönen Liedern, die uns die polnischen Mädchen vorsangen. Auch wenn die Nächte doch recht frisch waren, hatten wir eine herrliche Zeit auf dem Zeltplatz. Ein kleiner Höhepunkt war bestimmt die große Radtour zu den mysteriösen Steinkreisen. Jeder radelte ungefähr 25 km und war dabei so erschöpft, dass keiner auf die Idee kam, auf der Rückfahrt auch noch einen magischen Stein mitzuschleppen, was darüber hinaus garantiert Unglück gebracht hätte – sagten jedenfalls unsere polnischen Freunde. Wir konnten es gar nicht glauben, wie schnell die Zeit verging – zack, war mit dem Samstag schon der letzte richtige Tag unserer Begegnung da. Jetzt stand etwas sehr Wichtiges auf dem Programm: über zwei Stunden konnten wir uns in einem großen Shoppingcenter so richtig austoben, Geschenke besorgen und gemeinsam über das Styling zur Abschiedsparty nachdenken. Als wir so einige Zloty (so heißt die Währung dort) ausgegeben hatten, erfrischten wir uns nochmal an der Ostsee. Das war auch ganz gut so, denn wann werden wir wohl wieder Gelegenheit dazu haben? Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen des hübschen Badeortes und sprangen nochmal wagemutig in die Wellen. Nicht allzu spät verließen wir aber den schönen Ausflugsort, um rechtzeitig zur Abschlussfeier wieder in Tuchomie zu sein. Ach, wie gut sahen wir doch aus, als alles kreuz und quer durcheinander tanzte. Wer mit wem und wie eng soll an dieser Stelle nicht verraten werden – ihr hättet einfach dabei gewesen sein müssen. Natürlich fiel uns allen nach einer so lebendigen schönen Zeit der Abschied von den neuen Freunden sehr schwer. Gleichzeitig freuten wir uns aber auch schon wieder auf Zuhause, unsere Lieblingsgerichte von Mama zubereitet und vielleicht auch ein klein wenig die Schule, wie sie normalerweise ist. Aber eines ist klar: unsere Klassenfahrt nach Tuchomie werden wir so schnell nicht vergessen. |

