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/ Schuljahr 2007/08 - 2. Halbjahr
/ Informationsabend zum Islam
Informationsabend zum Islambild „Alles Terroristen und Gotteskrieger?“ – Vorurteile gegenüber dem Islam müssen abgebaut werden. „Darstellung des Islam und des Christentums in den Medien des Westens und des Ostens“, so lautete das Thema, zu dem der „Runde Tisch Integration“ unserer Schule am 10. März 2008 Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen eingeladen hatte. Die Referentin Dr. Sabine Schiffer war weit, vom „Institut für Medienverantwortung“ aus Erlangen, angereist und machte gleich zu Anfang deutlich, dass in der Gesellschaft Probleme oft herbeigeredet werden. So ist unser Blick zu sehr auf den Islam und oft zu wenig auch auf andere Religionen gerichtet, wenn wir mangelnde Freiheit von Frauen, Ehrenmorde oder Anschläge kritisieren. “Probleme sind das, worüber wir mehr reden!“, lautete ihre These. Gleichzeitig erfahren wir aus der Presse viel mehr von radikalen oder gewaltbereiten Minderheiten oder Medien aus islamischen Gesellschaften als über die friedlichen und versöhnlichen Kräfte, die die Mehrheit bilden. Wenn in der deutschen Presse Titelbilder auftauchen, die gewalttätige, terroristische oder frauenfeindliche Szenen mit religiösen Symbolen des Islam (z.B. Bildern von Moscheen) mischen, dann entsteht bei den Lesern ein Sinnzusammenhang, der den Islam mit diesen negativen Erscheinungen gleichsetzt. Frau Dr. Schiffer wagte sogar die These, dass das Feindbild Islam von politischen Kräften bewusst aufgebaut werde, um eine aggressive und kriegerische Politik im Nahen Osten zu rechtfertigen. In der Diskussion stellte sich die Frage, wie wir im Unterricht und im Gespräch mit den Schülern/innen den gegenseitigen Vorurteilen entgegentreten könnten. Dabei wurde deutlich, dass im Unterricht noch häufiger Zeitungsartikel und andere Medienäußerungen kritisch besprochen werden sollten. Noch wichtiger, so unser Schulleiter Herr Prepens, sei die Erfahrung, in der Schule friedlich und respektvoll gemeinsam lernen und miteinander sprechen zu können. Frau Dr. Schiffer betonte auch, dass gemeinsames „positives Tun“ eine wichtige Brücke für das gegenseitige Verständnis bilde. Ein weiterer Vorschlag aus der Diskussion war, noch mehr gegenseitig über die Religion und Bräuche der anderen zu erfahren, damit sich Vorurteile und Klischees nicht so festsetzen könnten. Diese Veranstaltung steht in einer Reihe mit anderen Aktivitäten des Runden Tisches, die von der Robert Bosch-Stiftung (siehe www.bosch-stiftung.de) unterstützt werden. So fand einige Tage zuvor eine Lehrerfortbildung zur interkulturellen Erziehung statt (siehe den anderen Bericht!) Im Mai wird ein Theaterpädagoge mit Schülern/innen des 7. Jahrgangs, die verschiedener nationaler Herkunft sind, ein Bühnenstück einstudieren und aufführen. Bücher und andere Informationsmedien konnten angeschafft werden, die das Kollegium über den Islam, die Situation junger Muslime in Deutschland informieren und ihnen Vorschläge für die interkulturelle Erziehung vermitteln. Es ist gut, dass sich Herr Abid (Islamische Unterweisung), Herr Maurer und Herr Stein (Religionsunterricht) und eine Reihe anderer Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule in diesem Arbeitskreis so stark für die Verständigung zwischen den Religionen und Kulturen an unserer Schule engagieren – wer sich gegenseitig kennt, wird nicht so schnell auf dumme Sprüche hereinfallen. J. Friedrich, 15.3.08 |
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