„Man kann erst nach Hause gehen, wenn die Frikadellen fertig sind!“ Die Gesamtschule Bockmühle eröffnet ein Berufsorientierungsbüro Am Freitagnachmittag war es nach langer Planung, Vorbereitung und einigen Umbaumaßnahmen soweit: Das „Berufsorientierungsbüro“, von der Stiftung „Partner für Schule“ finanziell unterstützt, wurde im 2. Stock der Gesamtschule Bockmühle unter Beteiligung vieler Lehrerinnen und Lehrer, aber auch von Förderern und Kooperationspartnern außerhalb der Schule feierlich eingeweiht, darunter Herr Dohle, früherer Arbeitsamtsdirektor, und Herr Glantschnig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Essen. Dass die Frikadellen erst fertig gebraten sein müssen, wenn man seinen Arbeitsplatz verlassen will, sprach der Schulleiter Klaus Prepens in seiner Eröffnungsrede als Beispiel für eine der Arbeitshaltungen an, die Schülerinnen und Schüler in den vielfältigen Maßnahmen und Projekten lernen können, die an der Gesamtschule Bockmühle schon seit vielen Jahren angeboten werden. Die Schule sei stolz darauf, dass sie an diesem Eröffnungstag all das präsentieren könne, was vom 5. Schuljahr bis in die gymnasiale Oberstufe an erziehenden und berufsorientierenden Aktivitäten unternommen werde: Vom Lern- und Sozialtraining im 5. und 6. Jahrgang über ein Projekt Erwachsenwerden, Förderaktivitäten in Mathematik und Englisch und Schnupper- und Orientierungspraktika im 7. und 8. Jahrgang hin zu Berufsorientierungsprojekten und Praktika im 9., 10. und 11. Jahrgang würden Möglichkeiten geboten, die eigenen Stärken kennenzulernen, eine Orientierung zu bekommen und den eigenen Ausbildungsweg in die Hand zu nehmen. Er sprach besonders das Programm der „Paten für Arbeit“ an, in dem seit 10 Jahren Führungskräfte aus Industrie und Handwerk jungen Leuten dabei helfen, eigene Berufsvorstellungen zu entwickeln und sich zu bewerben. Herr Ardey, schon seit vielen Jahren in diesem Ehrenamt tätig, sah sich nach der Rede und einem vom Schülerbetrieb „das Lokal“ vorbereiteten Umtrunk und Büffet wie alle Gäste die Präsentationsflächen und –stände an, die die bisherigen berufsorientierenden Angebote der Schule, aber auch die neuen, von der Stiftung „Partner für Schulen“ programmatisch und finanziell unterstützten Angebote zeigten: Vor allem die langjährigen Schülerfirmen „Das Lokal“, „Der Schülerladen“, „Garten und Floristik“ und der (technische) „Schülerbetrieb“ zeigten ihre saisonalen Produkte vom Adventskranz bis zu den Weihnachtskeksen, die guten Absatz fanden. Besondere Neugier weckten aber die neuen Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Weststadt-Akademie und der Bildungswerk der Essener Wirtschaft organisiert werden: Unter dem Motto „Bildung geht zur Schule“ nahmen Schülerinnen und Schüler 7. Jahrgang an einem Kompetenzcheck und des 9. Jahrgangs an einem Benimm-Seminar teil; eine siebte Klasse wird im Januar ein Berufsorientierungscamp besuchen, während andere Siebtklässler mit Deutsch als Zweitsprache schon an einem Leseförderkurs teilnehmen, in dem sie den Roman „Mr. Ibrahim und die Blumen des Koran“ in Lesetagebüchern kreativ bearbeiten. Es ist eigentlich selbstverständlich, aber noch nicht genügend Praxis, was Herr Knappmann vom Bildungswerk der Essener Wirtschaft in einem Gespräch einforderte: Dass nicht nur die Spezialisten, sondern alle Lehrer/innen sich mit der Berufsorientierung auseinandersetzen und in ihrem Unterricht darauf eingehen sollten. Wie ernst allerdings die Gesamtschule Bockmühle diese Aufgabe nimmt, zeigt sich unter anderem darin, dass vier Lehrerinnen und Lehrer sich im Rahmen diesen geförderten Programms zu Studien- und Berufswahlkoordinatoren ausbilden lassen. Frau Benesch und Herr Wessing, die die Berufswahlorientierung an der Gesamtschule Bockmühle organisieren, und Herr Mertens, der diese Arbeit im Rahmen des Lernbereichs Arbeitslehre koordiniert und mit Konzepten unterstützt, freuten sich über die große Beteiligung an diesem Tage und das starke Interesse an ihrer Arbeit. Und sie sind glücklich über das neue Büro, das Raum für kleine Konferenzen und Gespräche mit Schülern, Paten und Kooperationspartnern sowie für die vielen Berufsorientierungsmaterialien bietet, so dass ihre engagierte Arbeit erleichtert wird. Plakate zur Kulturhauptstadt 2010 im Hintergrund der Ausstellung, von einer 9.Klasse gestaltet, machten den Bezug zu den Zukunftsperspektiven unserer Region deutlich, denn die Zukunft des Ruhrgebiets ist nur vorstellbar, wenn die Jugend die für sie richtigen Berufe findet und dafür die gesellschaftlich benötigten beruflichen Qualifikationen erhält. Jürgen Friedrich |
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