Unbenanntes Dokument
Jede/r kann ein Musiker werden –
der „Jamtruck“ macht Station an unserer Schule


„Wo kann ich hier Starkstrom herkriegen?“, werde ich von einem mir unbekannten jungen Mann  in den Gängen unserer Schule gefragt. So werde ich zufällig mit Guido Hendrichs bekannt, der mir erzählt, dass er mit dem „Jamtruck“ vor der Schultür stehe. Ich erinnere mich, in der Zeitung gelesen zu haben: da fahren Musiker mit einem großen Lastzug, in dem ein Musikstudie untergebracht ist, durch die Stadt, um Jugendliche zu einer Band zusammenzuschweißen, die meistens vorher noch nie ein Instrument in der Hand gehabt haben.
Neugierig folge ich dem Starkstromkabel und steige die Stufen in das Innere des Lastzugs hinauf. Hier treffe ich auf den zweiten Mann, Martin Prätorius, der mir erzählt, dass sie jetzt ein halbes Jahr lang jeden Mittwoch kommen, damit drei Gruppen von jeweils 6 Schülern/innen nacheinander an die Instrumente und das gemeinsame Musikmachen herangeführt werden. Das Faltblatt, das ich in die Hände bekomme, verspricht: „(Zum Schluss)  wird der eigene Song produziert. Aufnahme, Schnitt und Covergestaltung – alles ist im jamtruck möglich. So hält jede Band, die den jamtruck schließlich verlässt, ihren Song auf CD in den Händen: das eigene Produkt zum Mitnehmen.“ Na, wenn das kein Angebot ist!
Was kostet denn das Ganze? Für die Schüler/innen und die Schule nichts! Denn die „Mercator-Stiftung“ finanziert das Projekt; ein zweiter Kooperationspartner auf künstlerischer Ebene ist die Folkwang-Musikschule.
Ich darf verständlicherweise nicht dabei sein, als die Schüler/innen, die Herr Bürgel als Musiklehrer ausgewählt hat, den Kontakt mit den Musikern und dem Studio aufnehmen. Es soll bewusst nicht wieder eine Schulveranstaltung unter Aufsicht von Lehren werden. Die Musiker schießen mit meiner Kamera aber einige Fotos, die zeigen, wie begeistert von der Aktion und schon nach der ersten Session in ihr Instrument verliebt die zukünftigen „Musikstars“ am Ende des ersten Tages sind.
In einem halben Jahr werden wir sehen, was sie auf die Bühne bringen können. Mal ehrlich: Wer würde da nicht neidisch werden?


Für weitere Informationen: www.jamtruck.de
und als Flyer: http://www.jamtruck.de/downloads/flyer_02_2008.pdf


Unbenanntes Dokument
Eines Mittwochs,  kurz vor den Herbstferien komme ich am Jam Truck vorbei, dem fünf Sechstklässler entsteigen. Das sind doch die „Metallic Kids“, die dort jeden Mittwoch für ihren hoffnungsvollen Auftritt als Superband proben. Ich spreche sie neugierig an und erfahre, dass Lisa sich fürs Schlagzeug, Robin und Mona für die E-Gitarre, Mandy für das Keyboard und Emrah für den Bass entschieden haben. Die meisten haben ihr Instrument vorher noch nie gespielt und tasten sich allmählich an die ersten Griffe und Akkorde heran.
Sie haben begonnen, ihren eigenen Rhythmus zu finden. Sie nennen es „Standard Rock“. Einen Text müssen sie sich noch ausdenken.
Sie sind sehr begeistert von der Arbeit an ihrer Musik und finden es sehr schade, dass jetzt erst einmal wegen der Ferien einige Wochen Pause ist. „Ich würde den Jam Truck am liebsten klauen“, meint Lisa.
Jürgen Friedrich




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