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Die Gesamtschule Bockmühle – eine lernende Schule.
Einer der Schwerpunkte unserer Schulentwicklung: das Kooperative Lernen

Seit dem Schuljahr 2006/07 bilden sich alle Lehrerinnen und Lehrer in einer Unterrichtsmethode, dem Kooperativen Lernen, fort, das von dem kanadischen Lehrerehepaar Kathy und Norm Green entwickelt wurde, um die Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu verbessern, sie selbständiger im Lernen zu machen und ihnen beizubringen, wie sie sich gegenseitig beim Lernen helfen können. (Wer sich näher informieren will: http://www.kooperatives-lernen.de)

Schon dreimal kam ein Fortbildungsteam aus Mönchengladbach und Krefeld an unsere Schule, um zuerst das Team des 5., jetzt 6. Jahrgangs und dann das ganze Kollegium in die kooperativen Lernverfahren einzuführen. Wenn alle kompetent sind, können wir in allen Fächern die Schüler/innen darin einüben und so unseren Unterricht weiterentwickeln und noch effizienter machen.

Im Pilotjahrgang unseres Teammodells (der  zurzeit  den 7. Jahrgang erreicht hat) wurden kooperative Arbeitsformen mehrmals evaluiert. Dabei wurde das Augenmerk auf eine Grundstruktur kooperativen Arbeitens gelegt, die im Think-Pair-Share-Verfahren verankert ist (siehe Anlage „Think-Pair-Share“).

Wichtig ist, das die/der einzelne Schüler/in vor dem Austausch in der Einzelarbeit (Think-Phase) sich selbst das Material erarbeitet, eigene Erkenntnisse und Ideen festhält, bevor in der Partnerphase (Pair) die Zusammenarbeit beginnt, in der wechselseitig die Ergebnisse mitgeteilt, ergänzt oder korrigiert werden. In der Share-Phase bilden sich dann Vierergruppen, die sich über die Teilergebnisse der Partnerarbeit austauschen und sie zu einem Gesamtergebnis der Gruppen verarbeiten.
Die Gruppenarbeit wird durch genaue Rollenverteilung und eine Organisation, die eine positive Abhängigkeit (siehe Anlage „9 Prinzipien positiver Abhängigkeit“) der Gruppenmitglieder erzeugt, intensiviert und erfolgreich gemacht.
Die Gruppen stellen ein Produkt (z.B. ein Plakat) her, dass sie vor der Klasse präsentieren müssen. Auch bei der Präsentation gibt es kooperative Verfahren (z.B. Gruppenpuzzle, Galeriegang, Ausstellung), die es ermöglichen, dass in kurzer Zeit alle die Gruppenergebnisse aufnehmen können.
Wer im Arbeitsprozess immer besser werden will, muss seine Arbeit und die der Gruppen reflektieren können. Deshalb gehört es zu einer abgerundeten Arbeitsphase, dass am Ende der Präsentation die Gruppe ein Feedback erhält, dass aber auch in der Gruppe überlegt wird, was gut gelaufen ist und was verbesserungswürdig wäre, aber auch, wie jede/r Einzelne sich mit den an sie/in verteilten Aufgaben in die Gruppenarbeit eingebracht hat.
Eine aktuelle Entwicklungsaufgabe besteht darin, in unserem neuen 90-Minuten-Raster Unterrichtstrukturen einzuführen, die kooperative Verfahren in allen Fächern verankern und damit ermöglichen, dass gutes Kooperieren eine abgesicherte Kompetenz und feste Gewohnheit wird.
Da das Kooperative Lernen den Schülern/innen die Chance gibt, entweder Hilfe von den anderen zu erhalten oder selbst Mitschülern/innen etwas zu erklären bzw. beizubringen („Lernen durch Lehren“), unterstützt es die individuelle Förderung.
Kooperative Arbeitsformen besitzen ein hohes Maß an Sprachaktivtitäten (beim Sprechen und Zuhören, Schreiben und Lesen), die in jeder Stunde alle Schüler/innen sprachlich einbeziehen. Wir haben viele Schüler/innen, die auch noch in der weiterführenden Schule besser Deutsch lernen müssen, d.h. besser die Unterrichtssprache beherrschen, Texte schneller und genauer verstehen und sich schriftlich richtiger ausdrücken können müssen; dafür bietet das Kooperative Lernen viele Anlässe und gegenseitige Hilfsmöglichkeiten (siehe Anlage „Sprachhandeln beim Kooperativen Lernen").

J. Friedrich, 1.2.2009


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