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Team macht Schule!

Nach einem zweijährigen Prozess der Situationsbeschreibung, der Zielsetzung und der Konkretisierung von Umsetzungsmaßnahmen durch Diskussionskreise und Steuergruppen, auf Lehrer- und Schulkonferenzen beschloss im März 2008 die Schulkonferenz ein Paket von Veränderungen an unserer Schule, das wir als „ Neues pädagogisches Konzept“ bezeichnen.

Kern dieses Konzepts ist die Umgestaltung der Gesamtschule Bockmühle in Richtung einer Teamschule: Von den 5. Klassen an werden Lehrerteams von jeweils 4 Klassen aufgebaut; in jeder Klasse arbeiten zwei Klassenlehrer/innen untereinander und mit ganz wenigen weiteren Lehrern/innen zusammen, sodass ein kleines festes Lehrer/innen-Team die Schüler/innen mehrere Jahre lang betreut und unterrichtet. Das fördert und erleichtert
  • die Lernziehung der Schüler/innen: Lern- und Arbeitsschwierigkeiten, aber auch individuelle Stärken werden deutlicher erkannt und vom Lehrerteam her gemeinsam aufgegriffen;
  • die soziale Erziehung in den Klassen: In allen Fächern wird das soziale Lernen in den Mittelpunkt gestellt, so dass alle gut zusammenarbeiten und aufmerksam und respektvoll miteinander sprechen lernen (siehe unseren methodischen Schwerpunkt des „Kooperativen Lernens“;
  • die Diagnose der Förderaufgaben: Die Lehrer/innen lernen ihre Schüler/innen schnell und gut kennen, können sich in ihrem Unterricht auf sie konzentrieren und deshalb Fördernotwendigkeiten erkennen und zügig umsetzen.
  • eine fächerübergreifende Verbindung des Lernens: Die Lehrer/innen können das Lernen in den Fächern inhaltlich und methodisch besser aufeinander abstimmen; das Erlernen, Einüben, Anwenden bekommen höhere Wirksamkeit.
  • eine engere Beratung und Betreuung der Schüler/innen: Probleme einzelner Schüler/innen werden nicht nur von der Klassenleitung, sondern im Team erkannt, gemeinsam beachtet und angegangen.
Für diese Teams wird zurzeit unsere Schule in den Räumen in Jahrgangsbereichen neu gegliedert:
  • Jeder Jahrgang bekommt einen eigenen Jahrgangsbereich in der Schule; die Klassen bleiben in ihm vom 5. bis zum 8. Jahrgang; erst in dem 9.und 10.Schuljahr ziehen sie in den zweiten Stock in eine andere Klasse.
  • Nahe bei den Klassenräumen ist eine Lehrerstation, in der die Lehrer/innen sich aufhalten und arbeiten, die ihren Schwerpunkt in diesen Jahrgangsteam haben. Hier sehen sich die Lehrer/innen des Jahrgangs regelmäßig, halten ihre Teamkonferenzen ab, können ihren Unterricht gemeinsam planen und über die Klassen und Schüler/innen auch mal zwischendurch Informationen austauschen.
  • In diesen Bereichen gibt es auch vor den Klassen Tische und Stühle für Gruppen- und Einzelarbeit.

    Wenn Schüler/innen so lernen sollen, dass sie mehr Interesse haben, dass sie das Gelernte besser behalten und auch später noch anwenden können, muss auch der Unterricht so umgestaltet werden, dass
  • nach dem ersten Erlernen eines Stoffes er auch eingeübt und angewendet wird;
  • die Schüler/innen lernen, selbständiger alleine zu arbeiten, sich aber auch in Gruppen gegenseitig zu helfen und im Arbeitsgespräch und in der Präsentation der Ergebnisse das Gelernte erklären zu können. Wer anderen etwas erklären muss, lernt dabei den Sachverhalt noch viel besser zu verstehen!
  • auch unterschiedliches Lerntempo berücksichtigt werden kann und für verschiedene Leistungsniveaus angepasste Lernaufgaben angeboten werden (Differenzierung des Unterrichts).
Deshalb werden wir ab Schuljahr 2008/2009 in den dann bestehenden Teamjahrgängen 5-7 und von Jahr zu Jahr weiter nach oben wachsend den Unterricht in 90-Minuten-Blöcken organisieren.

Wenn wir wollen, dass die Lehrer/innen möglichst aller Fächer im Klassenteam eng zusammenarbeiten und die Schüler/innen möglichst nur von diesen unterrichtet werden, damit sie gut im Unterricht und in ihrem Lernen betreut und beraten werden können, ist eine weitere Aufspaltung der Klassen in Deutsch, Englisch und Mathematik in Grund- und Erweiterungskurse eher hinderlich. Deswegen werden wir von kommenden 7. Jahrgang an nach oben wachsend den Fachunterricht weiter bis zum Ende der 8. Klasse nur im Klassenverband geben (natürlich mit Ausnahme des Wahlpflichtfaches). Die unterschiedlichen Leistungsniveaus werden in der Klassen berücksichtigt; die leistungsstarken Schüler/innen können anderen helfen, wenn sie etwas nicht verstehen.

Der Erfolg dieses neue Konzepts setzt voraus, dass die Schulleitung und die Teams eng zusammenarbeiten, dass Unterstützung und (gegenseitige) Fortbildung schnell und effektiv organisiert werden, dass der Unterricht sorgfältig geplant und zwischen den Fächern abgestimmt wird, dass gemeinsame Lernmethoden verankert und dass die Ergebnisse regelmäßig überprüft (evaluiert) werden. Team-Koordinatoren/innen und –sprecher/innen übernehmen mit ihren Teams neue Verantwortung; ein neues Schulentwicklungs- und Leitungsmodell entsteht zurzeit.
J. Friedrich, 1.2.2009